Zu viel Alkohol und Stress mit der Freundin haben gereicht, um einen 20-Jährigen explodieren zu lassen. Innerhalb von wenigen Minuten leistete er sich gegenüber Polizisten eine Reihe von Straftaten. Wegen Beleidigung und Bedrohung in mehreren Fällen, Widerstand und versuchter Körperverletzung schickte ihn jetzt das Kitzinger Jugendgericht für zwei Wochen in Arrest.

Weil der junge Mann ganz offensichtlich nicht mit Alkohol umgehen kann, gab es eine Auflage. Ein Jahr lang darf er die 0,5-Promille-Grenze nicht überschreiten. Die hatte er mit 1,34 Promille deutlich hinter sich gelassen, als es im April 2014 zu der Auseinandersetzung mit der Polizei kam.

Der 20-Jährige hatte mit 20 Leuten Geburtstag gefeiert und getrunken. Gegen 2.30 Uhr kam es zum Krach mit der Freundin. „Es war heftig, ein bisschen sehr heftig sogar“, sagte der Mann, der sich ansonsten nur bruchstückartig an den frühen Morgen erinnert.

Ausnüchterungszelle wartete

Nach dem Streit drehte er regelrecht durch. So sehr, dass bei der Einsatzzentrale ein Anruf einging, dass der Mann einen Suizid angedroht habe. „Wir haben den schon mal von den Gleisen geholt“, sagte ein Polizist als Zeuge. Damit war klar, dass die Polizei den Hinweis ernst nahm. Ein paar Minuten nach dem Notruf war der Mann gefunden.

Was dann ablief, bezeichnete der Zeuge als „das volle Programm“. Als die Beamten ihn aufforderten mitzukommen, setzte es Beleidigungen der übelsten Sorte. Der Mann riss sich los, flüchtete, wurde wieder gestellt. Erneut folgten Beleidigungen und Bedrohungen. Er wehrte sich heftig, um sich der Festnahme zu entziehen. Bevor er mit Hilfe von vier Beamten in der Ausnüchterungszelle landete, versuchte er noch, einen Polizisten mit der Faust am Kopf zu treffen.

Dann war Ruhe. Am Morgen darauf war er wieder nüchtern. Die Erinnerung setzte wieder ein. Ein paar Monate später konnte er sich vor Gericht diesen „Blackout“ überhaupt nicht erklären. Er entschuldigte sich beim Zeugen in der Verhandlung ebenso wie zuvor schriftlich bei den anderen Beteiligten.

„Dankeschön“ für das Urteil

Das rechnete ihm Jugendrichter Wolfgang Hülle ebenso an wie die Einsicht und Reue. Auch eine mögliche „eingeschränkte Schuldfähigkeit“ wegen des Alkoholkonsums stand auf der Habenseite. Was gegen den Mann sprach, waren die Menge der Straftaten in kurzer Zeit und vor allem zwei einschlägige Vorstrafen. Zweimal war er wegen Gewalttätigkeiten aufgefallen und immer spielte der Alkohol eine Rolle.

Unterm Strich standen zwei Wochen Arrest, die Kosten des Verfahrens und die erwähnte Auflage. Der Mann nahm das Urteil an und verließ mit einem „Dankeschön“ den Gerichtssaal.