Wer in Kitzingen mal muss, hat einigermaßen gute Karten. Öffentliche Toiletten gibt es in der Schrannenstraße, im Rosengarten, am Alten und Neuen Friedhof, in der Siedlung, am Bleichwasen (ehemaliges Rot-Weiß-Heim und Goldene Gans) und am Wohnmobil-Stellplatz. Daran konnte auch Corona nichts ändern: Sowohl während des ersten Lockdowns im Frühjahr als auch jetzt im November-Lockdown kann man dort, wenn man mal muss.

Um das zu gewährleisten, war einiges an Mehraufwand nötig: "Die Stadt hat natürlich die aufgrund Corona erforderlichen Hygienemaßnahmen umgesetzt", betont Pressesprecherin Claudia Biebl auf Anfrage dieser Redaktion. Konkret heißt das: Durch die Vereinzelung der WCs mit Trennwänden und bei den Urinalen wurde eine wichtige Bedingung erfüllt. Zudem werden ausreichend Materila zur Handhygiene wie Seifenspender und Papierhandtücher angeboten. Vor allem aber: Die Putz-Zyklen wurden entsprechend erhöht. Zwar wurde zu Beginn der Corona-Pandemie auch über eine Schließungen diskutiert, dann aber habe man "der Bürgerfreundlichkeit den Vorzug gegeben".

Mehrkosten sind nicht drin

So weit, so erleichternd. Es gibt allerdings auch zwei Ausnahmen: die Toiletten in den Parkgarage am Main und in der Herrnstraße. Beide sind nicht der Stadt zugeordnet, sondern gehören  zu den Stadtbetrieben. Die Stadtbetriebe sind eine 100-prozentige Tochter der Stadt und haben als GmbH mit Rebecca Hick eine Geschäftsführerin. Diese muss das Unternehmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten führen und hat entschieden: die Corona-Mehrkosten für die Toiletten sind nicht drin, also müssen die Anlagen schließen.

"Wirtschaftlich ist das nicht machbar", betont Hick auf Anfrage. Ausgenommen davon sind die Behinderten-Toilette, die mit dem entsprechenden Schlüssel zu benutzen sind. Geschlossen wurde am ersten Lockdown-Tag im Frühjahr, seither sind die stillen Garagen-Örtchen zu.

Immer weniger Verständnis

Auch in der Zeit zwischen den beiden Lockdowns war das so. Weshalb seit nunmehr rund acht Monaten  Zettel an den Klotüren hängen: "Aufgrund der aktuellen Lage sind die öffentlichen Toiletten geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis."

Ein Verständnis, das nach so langer Zeit immer weniger vorhanden ist, wie regelmäßige Anfragen von genervten Kitzingern und auch Gästen in der Redaktion zeigen. Zumal die Unterscheidung zwischen Stadt und Stadtbetrieben an dieser Stelle – zumal wenn man muss – für viele nicht nachvollziehbar ist. Und: Es ist beileibe nicht das einzige Klo-Problem in Kitzingen , am Bahnhof gibt es nicht erst seit dessen Schließung die gleiche missliche Lage. Den Unmut kann die Chefin der Stadtbetriebe verstehen. Viel Hoffnung aber kann sie weiterhin nicht machen: So lange die Corona-Regeln so Bestand haben, stellt sie unmissverständlich fest, bleiben die Parkgaragen-Toiletten gesperrt.