Dass am Sonntagvormittag in der Kleinlangheimer Kirche ein besonderer Gottesdienst stattfand, war augenfällig. Das Gotteshaus war mit Musik-instrumenten und Blumen geschmückt und die harmonischen Töne eines starken Posaunenchores erfüllten den Raum mit Wohlklang. Der Kleinlangheimer Posaunenchor feierte mit einem Festgottesdienst sein 90-jähriges Jubiläum und hatte sich zur Feier des Tages mit einigen Musikanten aus Nachbarortschaften verstärkt.

Mit der „Gavotte“ von Jean Baptiste Lully, einem Tanzstück, verbreitete der Posaunenchor unter der Leitung von Martin Blaufelder zu Beginn des Gottesdienstes festliche Stimmung und Pfarrer Gerhard Homuth forderte mit einem Bibelzitat die Gemeinde auf, Gott mit Musik und frohen Weisen zu loben, „denn Wunderbares tut der Herr“. Er rief zudem auf, sich von der Musik ergreifen zu lassen, „die unser Herz erfreut“. Von den Liedern, begleitet durch Orgel und Posaunenchor, war der Gottesdienst geprägt. Der Ortsgeistliche hob in seiner Predigt die Macht der Musik hervor „und es ist einfach was Tolles und Besonderes, wenn Posaunen und Trompeten erschallen und den Menschen ergreifen und mitschwingen lassen“. Der Posaunenchor umrahme nicht nur viele festliche Stunden und Gottesdienste, sondern bringe durch sanfte Klänge Trost „und ein Streicheln der Seele“ bei einer Beerdigung.

Hans Teufel, Bläserobmann und ältester Aktiver beim Kleinlangheimer Ensemble, zeigte in einem kurzen Abriss das Auf und Ab des Chores in den 90 Jahren seines Bestehens. Der hatte seinen Anfang bei Gesprächen in der Schmiede und nach der Gründung im Jahr 1925 und den ersten Jahren kam schon bald in Deutschland der Machtwechsel „und es kamen andere Töne“. Nach schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren ging es aufwärts und Georg Müller, 25 Jahre Chorleiter, sorgte sich sehr um die Ausbildung junger Leute. „Mit Herz, Seele und Mut hat sich ein beachtlicher Klangkörper entwickelt, nahe am Menschen und nicht weit weg von der Kirche“, charakterisierte der Obmann die Truppe, die jetzt unter der Leitung von Karlheinz Umbeer 26 Aktive in ihren Reihen hat.

„Ich blicke neidisch auf die Bläser, die solange durchhalten und soviel Freizeit opfern“, lobte Bezirksobfrau Andrea Wagner das große Engagement etlicher in den Reihen des Jubiläumschores. Sie lobte auch die Musik, die sich nicht nur für die Seele und die Gemeinschaft, sondern auch für den Körper segensreich auswirke. Bürgermeisterin Gerlinde Stier hob den großen Einsatz der Musikanten hervor, „die uns das ganze Jahr bei den verschiedensten Gelegenheiten begleiten und für viele schöne Stunden sorgen“. Als einen der Hauptpunkte bei der Entwicklung des Chores hob sie hervor, „dass seit etlichen Jahren auch Frauen dabei sind“. Für die Dorfgemeinschaft dankte sie mit herzlichen Worten „für das hohe bürgerschaftliche Engagement, für das viel Zeitaufwand, Energie und Kreativität aufgebracht wird“.