Zwei Aquarelle der Stadtpfarrkirche in unterschiedlichen Ansichten, der Wallfahrtskirche, der Kirchen in Brück, in Neusetz und in Bibergau – das sind die Abschiedsgeschenke der Stadt Dettelbach an die sechs scheidenden Franziskaner. Überreicht wurden sie von Bürgermeisterin Christine Konrad beim Empfang im Rathaus. „Damit sie ein kleines Stück Dettelbach mit nehmen können.“ Einhellige Antwort: „Wir werden Dettelbach nicht nur auf dem Bild, sondern auch in unserem Herzen mitnehmen.“

Teil der Geschichte

Noch sind es ein paar Tage, bis zum Ende des Monats, dann geht ein 401 Jahre dauernder Teil der Geschichte Dettelbachs zu Ende: 1616 besiedelten die ersten Franziskaner das Kloster neben der Wallfahrtskirche, jetzt ist diese Geschichte zu Ende. Die verbliebenen sechs Pater ziehen in verschiedene Klöster um. Für die Stadt Anlass, den Abschied mit einem sehr gut besuchten Empfang und dem Eintrag der Franziskaner ins Goldene Buch zu würdigen.

Ende eine Ära

Trauer über den Abschied und das Ende einer Ära, aber auch Dankbarkeit für die Leistung der Franziskaner prägten die Reden des Vormittags. Dass dieser Abschied bedeutend ist, zeigte die Anwesenheit von gleich drei Landtagsabgeordneten: Otto Hünnerkopf, Volkmar Halbleib und Günther Felbinger waren gekommen, den Patres ihre Referenz zu erweisen. Und es war das erste Mal in Konrads Zeit als Bürgermeisterin, dass alle Drei einer offiziellen Einladung der Stadt gefolgt sind. Neben Landrätin Tamara Bischof und vielen Dettelbachern waren auch Provinzialminister Cornelius Bohl und Provinzialvikar Franz Josef Kröger zu der Veranstaltung gekommen.

Erlebnisse und Erkenntnisse

Noch einmal blickte Konrad kurz auf die Geschichte des Ordens in der Stadt. Neben der seelsorgerischen Tätigkeit und der Betreuung der Wallfahrt, waren es auch die gemeinschaftliche Erfahrung, die persönlichen Erlebnisse und die Erkenntnisse der Dettelbacher durch die Franziskaner „für die wir Ihnen immer dankbar sein werden“.

Eine Besonderheit

Gegenüber dieser Zeitung sagte die Bürgermeisterin, dass sie erst als Erwachsene erkannt hat, was für eine Besonderheit es ist, in einer Stadt aufzuwachsen, in der das Klosterleben, der Umgang mit den Brüdern und Patres eigentlich etwas Selbstverständliches, ja Alltägliches war. Eine Erkenntnis, die Vielen wohl erst nach und nach so richtig bewusst werden wird.

Schwerer Abschied

Allen Grußworten gemein war der Gedanke des schweren Abschieds, der da bevor steht. Gleichzeitig waren die Redner aber auch alle voll von Dankbarkeit für die Seelsorge, für die Begleitung der Menschen und die kulturelle Bereicherung weit über Dettelbach hinaus.

Dank an die Stadt

Provinzialminister Cornelius Bohl sagte indes auch danke für den Empfang durch die Stadt. Auch für seinen Orden sei es keine leichte Entscheidung gewesen, das dritte Kloster innerhalb kurzer Zeit zu schließen. Aber man müsse sich der Realität stellen, die Zukunft vorbereiten. Angesichts der Altersstruktur der Gemeinschaft und der mangelnden Bereitschaft, sich in ein Klosterleben einzufügen, seien Konsequenzen nötig.

Leichtes Gepäck

Und wie schwer fällt den Franziskanern der Abschied aus Dettelbach? Nun, sie sind es wohl gewohnt, nicht allzu lange in einem Kloster zu leben. Und so sagt Pater Berthold, er sei nun seit elf Jahren in Dettelbach, „da ist es Zeit, dass man wieder mal geht“. Erst vor drei Jahren ist Bruder Martin nach Dettelbach gekommen, vom Kreuzberg her, wohin er zurückkehrt. Da heißt es Packen für den Umzug. „Es sind vor allem Bücher, die gepackt werden“, sagt er – und Bücher sind schwer, da müsse aussortiert werden. Dann noch die paar Kleider: Mehr ist es nicht, wenn ein Franziskaner auf Reisen geht.