Die Dillinger Franziskanerinnen übergeben am 1. Januar die Trägerschaft für die Mädchenrealschule mit Offener Ganztagsschule, Hort und Familienstützpunkt an die „Stiftung der Dillinger Franziskanerinnen St. Maria Volkach“. Der Betrieb aller Einrichtungen geht nahtlos weiter. Dies geht aus einer Mitteilung der Stiftungsratvorsitzenden Schwester Martina Schmidt hervor.

Der Eingang in der Klostergasse 1 ist etwas versteckt, aber die Bildungseinrichtungen der Dillinger Franziskanerinnen im Herzen der Stadt müssen sich nicht verstecken. Es ist viel Leben im Klosterareal. 145 Mädchen und Jungen der Grundschule besuchen den Hort, rund 300 Realschülerinnen, davon 85 Mädchen in der Offenen Ganztagsschule, lernen in der staatlich anerkannten Mädchenrealschule. Dazu kommen Eltern und Alleinerziehende mit kleinen Kindern, die sich im Familienstützpunkt treffen.

Seit 1856 gibt es die Dillinger Franziskanerinnen im Kloster St. Maria und ihr Engagement für Kinder, Jugendliche und Familien. Den Schwestern und ihren 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war und ist es wichtig, dass Erziehung und Bildung sich an christlichen Maßstäben ausrichtet. Den Kindern und Jugendlichen werden wichtige Kompetenzen für das Leben vermittelt. Gesundes Selbstvertrauen, eine solide Allgemeinbildung, Kreativität, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, Kritikfähigkeit, Halt und Sinnfindung im Glauben sind Schlüsselbegriffe, die benennen, was hier vermittelt werden soll.

Schon im Jahr 2016 gründete die Ordensleitung, deren Sitz in Bamberg ist, eine Stiftung. Deren Zweck ist es, die Bildungseinrichtungen des Klosters St. Maria in Volkach zu fördern und zu übernehmen. Den Schwestern war klar, dass sie etwas tun mussten, um die Zukunft ihrer Einrichtungen zu sichern. Denn der Ordensnachwuchs ist wie in vielen anderen Gemeinschaften rar. Mit Sonja Eschenbacher (Stiftungsvorstand), Anja Hirt, Horst Gress und Roland Keller (Stiftungsratsmitglieder) fanden sich Menschen, denen der Bestand und die Weiterentwicklung der Bildungseirichtung am Herzen liegen. Nicht zu vergessen die Schwestern selbst, die mit Sr. Martina Schmidt (Bamberg) und Sr. Kunigild Steer (Volkach) im Stiftungsrat vertreten sind.

Nach Erhalt der stiftungsaufsichtlichen Genehmigung durch die Bischöfliche Stiftungsaufsicht Würzburg und mit Genehmigung des Bayerischen Ministeriums für Unterricht und Kultus kann nun am 1. Januar der Trägerwechsel vollzogen werden. Ein Einschnitt für den Orden, kein spürbarer Einschnitt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern, die Gäste im Familienstützpunkt und die zuständigen Behörden. Denn der Betrieb geht nahtlos weiter. Orden und Stiftungsgremien haben den Übergang gemeinsam gut vorbereitet. Der Orden hat alle Immobilien samt Inventar der Stiftung überlassen. Alle Arbeitsverträge mit Mitarbeitern werden übernommen. Die Schwesterngemeinschaft bleibt weiterhin im Kloster.

2019 wurden wegen des steigenden Bedarfs die Hortplätze erweitert. Ab Frühjahr 2021 wird die Mädchenrealschule einen Neubau mit Fachräumen für Physik, Chemie und Biologie bekommen.