Missbrauchsskandal und Kirchenaustritte heizen gerade die Diskussionen in der ganzen katholischen Kirche, auch in Kitzingen, an. So kam es im Dekanatszentrum Kitzingen zu einem emotional aufgeladenen und teilweise kontroversen Diskussionsabend über den Synodalen Weg, der die katholische Kirche von Grund auf erneuern möchte, mit dem aus Kitzingen stammenden ehemaligen Kaplan und heute verheiratetem Priester Dr. phil. Edgar Büttner.

Eingeladen hatte der KKV Kitzingen (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) über den Synodalen Weg, den Dr. Büttner in seinem Referat vorstellte. Gesprächsleiter Charly Wiesmann aus Kitzingen betonte zu Beginn die Brisanz des synodalen Weges mit den heißen Themen Missbrauch, Sexualität und Gewalt, Macht und Gewaltenteilung, Frauen im Dienst der Kirche, Zölibat und neue synodale Strukturen in der Kirche .

Den Missbrauchsskandal sah Büttner als Chance, die bereits genannten Themen dringend voran zu bringen. Bischöfliche Machtfülle und Klerikalismus hätten bisher vieles verhindert.

So kam Büttner schnell auf den Pflicht – Zölibat (Ehelosigkeit und sexuelle Enthaltung). Einige sahen darin ein wichtiges Kennzeichen für die katholische Kirche, dass der Priester quasi rund um die Uhr für die Gläubigen da sein könne. Zudem könnte es Probleme geben, wenn ein geschiedener Priester bei der Messe die Wandlung von Brot und Wein zu Jesu Leib und Blut vollziehe, weil er ja in Sünde lebe. Büttner erwiderte, dass die Eucharistie das Mahl der Sünder sei und der Priester genauso wie alle anderen der Versöhnung durch den Gott Jesu Christi bedürfe.

Eine emotionale Diskussion gab es beim Thema Frauen im kirchlichen Amt. Die Frauen könnten den Klerikalismus und die negativen Auswirkungen männerzentrierten Kirche positiv verändern.

Von: Josef Gerspitzer (Pastoraler Mitarbeiter für Volkach, Kitzingen und Schwarzach