Die Bürger in Mainstockheim scheinen mit ihrer „Regierung“ und dem, was sie in den vergangenen Jahr zu Wege gebracht hat zufrieden zu sein. Zumindest gilt das für die rund 70 Mainstockheimer, die am Mittwochabend zur Bürgerversammlung in den Saal des „Löwen“ gekommen waren.

Trotz mehrmaliger Aufforderung durch Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen vorzutragen, gab es keine einzige Wortmeldung, geschweige denn Diskussionen.

Zuvor hatte Fuchs ausführlich über den Stand der Gemeindepolitik informiert und die neuen Ratsmitglieder vorgestellt. Aktuell leben im Ort 1993 Menschen, rund 40 weniger als im Vorjahr. Mit zwölf Geburten hat sich deren Zahl gegenüber 2012 halbiert und auch die Zahl der Eheschließungen ging von zwölf auf acht zurück. Nach 27 Sterbefällen im Jahr 2012 verzeichnete das Standesamt 32 im Jahr 2013. Die Zahl der Bauanträge sank von 15 auf zehn.

Fuchs informierte darüber, dass der Schuldenstand gegenüber dem Vorjahr von 2,9 auf 2,8 Millionen Euro gesenkt werden konnte. Daneben habe die Gemeinde den Rücklagen 644 000 Euro zuführen können. Die Pro-Kopf-Verschuldung sei von 1518 Euro Anfang 2013 auf 1441 Euro zum Jahresende gesunken.

Neuer Trinkwasserbrunnen

Fuchs berichtete über zahlreiche abgeschlossene und noch laufende Baumaßnahmen, wie die Erddeponie der Firma LZR, den Holzlagerplatz, die Sanierung des Lehrerhauses, des Kindergartens, der Friedhofsmauer oder den Bau des neuen Trinkwasserbrunnens, der bald in Betrieb gehen soll.

Über den Lärmschutzaktionsplan „Schiene“ sagte Fuchs, dass der sich als Papiertiger erwiesen habe. Zwar seien hohe Lärmbelastungen festgestellt worden, doch sei zu befürchten, dass die Ergebnisse in irgendeiner Schublade verschwinden werden. Zum Stand der gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Motorsportclub (MSC) Albertshofen vor dem Verwaltungsgericht sagte Fuchs, dass eine Entscheidung erst nach einem Ortstermin fallen werde, der für Ende Juli angesetzt sei.

Erfolge zeigen sich laut Fuchs bei der Verkehrsüberwachung. 2011 seien monatlich rund 2400 Fahrzeuge gemessen und im Schnitt 150 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Der Spitzenreiter sei mit 86 Stundenkilometern unterwegs gewesen. In 2012 seien bei rund 2550 kontrollierten Fahrzeugen noch 84 Verstöße, ein Jahr später bei 2350 Fahrzeugen 73 Verstöße geahndet worden. Nicht gebessert hat sich laut Fuchs die Parksituation. Die Anzeigen stiegen von 78 im Jahr 2011 auf 113 im Jahr 2013. Allerdings sei die Zeit der Überwachung ausgedehnt worden.

Neues Baugebiet geplant

Ebenfalls vorgestellt wurden die Sanierungspläne für den Bauhof, das geplante neue Baugebiet „An der Wunn“, die Erweiterungspläne für das Feuerwehrgerätehaus und die Sanierungspläne für das ehemalige Gasthaus „Stern“. Für Letzteres sollen die Bürger bei einer Befragung ihre Vorstellungen einer zukünftigen Nutzung äußern. Gelöst sei das Parkplatzproblem am Bahnhof, ungelöst die Parkplatzsituation im Zanghof, an der Schule und am Kindergarten, so Fuchs.

Breiten Raum nahm die Bewerbung Mainstockheims beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ein. Der Ort vertritt den Landkreis beim Bezirksentscheid. Fuchs stellte eine umfassende und gelungene neue Dorfbroschüre vor, mit der die Gemeinde am 3. Juni beim Besuch der Jury punkten will.

In dem reich bebilderten Heft werden der Ort, seine Geschichte, Veranstaltungen, der Weinbau, Bauprojekte, das touristische Angebot, Freizeit- und Kulturangebote dargestellt. Fuchs dankte in dem Zusammenhang allen Vereinen, dem Bauhof, der Feuerwehr, der Verwaltung und den Ratsmitgliedern, die dazu beitragen, dass Mainstockheim eine lebendige Dorfgemeinschaft habe.