„Arbeit ist für viele Arbeitnehmer nicht mehr Schlüssel zum guten Leben, sondern Ursache von Armut, Frustration und Erschöpfung“, sagte Mathias Heiden. Der Gewerkschaftssekretär zur Ausbildung bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) sprach bei der jährlichen Jubilar-Ehrung in Hörblach (Lkr. Kitzingen) über Politik für gute Arbeit in Zeiten der Krise.

Mehr als 50 treue Gewerkschaftler aus ganz Unterfranken waren zusammengekommen, um Urkunden und Geschenke für ihre langjährige Zugehörigkeit zur IG BCE entgegenzunehmen.

Zur Ehrung der Gewerkschaftsjubilare war auch der stellvertretende Landrat Robert Finster (Kitzingen) erschienen. Er freute sich besonders darüber, dass viele Mitglieder bereits über fünf Jahrzehnte der Gewerkschaft angehören.

Die „goldenen Jubilare“ waren Otmar Estenfelder (Großlangheim), Günther Graber, Kurt Heckelmann (beide Dettelbach), Anita Kunitz (Kitzingen), Klaus Schmidt (Overath), Heinz Schmitt (Gerolzhofen) und Willi Ungemach (Schwarzach). Seit 60 Jahren sind Robert Schneider (Markt Eisenheim) und Gerhard Seufert (Dettelbach) Mitglied bei der IG BCE. Vier Mitglieder sind seit 40 Jahren dabei, 45 weitere seit 25 Jahren.

Mehr soziale Gerechtigkeit

Ihnen allen dankte Bezirksleiter Holger Kempf (Würzburg) für die tatkräftige Unterstützung in ihren Unternehmen. „Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist gelebte Solidarität mit den Kollegen“, sagte Kreischef Finster. Gewerkschaften seien Garanten für die Zukunft der Arbeitswelt. Der erfolgreiche Kampf um die Einführung des Mindestarbeitslohnes habe bewiesen, „was möglich ist und damit zu mehr sozialer Gerechtigkeit geführt“, so Finster.

„Wir sind es, die den Wohlstand dieser Gesellschaft und den Profit unserer Arbeitgeber erarbeiten“, ergänzte Festredner Heiden. Eine Wirtschaft, die systematisch Arbeitskraft verschleiße, säge an dem Ast, auf dem sie sitzt. Deshalb sei die Balance von Arbeit und Leben von zentraler Bedeutung für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die IG BCE stehe zusammen mit den anderen DGB-Gewerkschaften immer an der Seite der Schwächsten dieser Gesellschaft.