Über dieses Problem haben sich Iphöfer Bürger vor einiger Zeit Gedanken gemacht: Auch in Iphofen gibt es mehr und mehr Kleinstfamilien. Das sind junge Familien, die im Notfall nicht auf Großeltern zurückgreifen können. Es sind aber auch ältere Menschen, deren Kinder der Arbeit wegen nicht mehr hier leben. Und weil sie die Zeit der Großfamilie für abgelaufen halten, haben diese Bürger vor zwei Jahren nach ihren Überlegungen die Initiative „1 Stunde Zeit Iphofen“ gegründet.

31 Ehrenamtliche – der jüngste ist 14, die Älteste 89 Jahre – sind zurzeit bereit mitzuhelfen, heißt es in einer Mitteilung der Gruppe. Die Ehrenamtlichen von „1 Stunde Zeit Iphofen“ sind im Bedarfsfall für jeden Hilfesuchenden da, auch für junge Familien und ältere Menschen. Wichtig ist, dass man sich im Vorfeld an einen der Koordinatoren wendet. Der Koordinator leitet die Anfrage an einen Ehrenamtlichen mit entsprechender Befähigung für diesen Einsatz weiter.

Verschwiegenheit

Flyer mit Telefonnummern und der Art der Hilfestellung liegen in beiden Kirchen, in Geschäften und Institutionen in Iphofen aus. Zudem sind die Namen und Telefonnummern der Koordinatoren im Amtsblatt zu finden. Oberstes Gebot der Mitarbeitenden ist die Verschwiegenheit. Sie sind durch eine Verschwiegenheitserklärung verpflichtet, alle Gespräche und Informationen vertraulich zu behandeln.

Die Ehrenamtlichen treffen sich etwa zweimal im Jahr zu Gesprächen und Rückschau. Während dieser Treffen gab es immer wieder auch Fortbildungen. Der letzte gemeinsame Abend wurde gestaltet von Karolin Leipold, Mitarbeiterin des BRK-Kreisverbandes Kitzingen. Sie informierte über den „Hausnotruf“ und „Essen auf Rädern“, beides Hilfsangebote für ältere Menschen, die es ihnen ermöglichen, so lange wie möglich im vertrauten Umfeld ihrer eigenen Wohnung zu leben.

Leipolds Power-Point-Vortrag lautete „Der Hausnotruf – Hilfe per Knopfdruck“. Anschaulich erklärte Leipold den Zuhörern die technischen Voraussetzungen für ein Hausnotruf-Gerät. Darüber hinaus stellte Leipold das System „Essen auf Rädern“ vor, bei dem es verschiedene Varianten der Vorbestellung gebe.

Schlüssel-Dienst

Ein Notfallarmband mit einer Reichweite von etwa 300 Metern befand Leipold laut Mitteilung am hilfreichsten. Da das BRK Kitzingen – Ansprechpartner für Kitzingen und Umgebung – rund um die Uhr besetzt ist, ist Hilfe im Notfall stets gewährleistet. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Hinterlegung eines Hausschlüssels beim BRK Kitzingen möglich ist, sollten keine Angehörigen in der Nähe leben.

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