Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei in Stadtschwarzach soll eine neue Wohnanlage mit zehn barrierefreien Wohneinheiten entstehen.

Bei einem Ortstermin am Dienstagabend gaben die Mitglieder des Bauausschusses des Schwarzacher Markgemeinderats einstimmig grünes Licht für die Bauvoranfrage der Firma Erhard & Stumpf Immobilienservice. Das Anwesen soll außerdem in fünf weitere Baugrundstücke für Wohnhäuser aufgeteilt werden.

Am 31. Dezember 2014 hatte die Familie Stöhr, Eigentümerin des Grundstücks in der Straße Am See, die Pforten ihres Gärtnereibetriebs geschlossen. Seitdem liegt das 5500 Quadratmeter große Gelände brach. Die alten Gewächshäuser und mehrere Gebäude wurden bereits großenteils abgerissen.

Bürgermeister Volker Schmitt erläuterte im Beisein der Grundstückseigentümerin Cornelia Stöhr das Bauvorhaben. Im nördlichen Teil sind insgesamt fünf Bauplätze für Einfamilienhäuser geplant. Im hinteren Bereich des Anwesens soll eine dreistöckige Wohnanlage mit zehn Wohneinheiten und einem Pultdach errichtet werden.

Im Flächennutzungsplan ist das Grundstück als Dorfgebiet (Mischgebiet) eingetragen. Die von dem Antragsteller gewünschte Bebauung im Innenbereich sei also zulässig, so der Bürgermeister.

Zudem befindet sich das Grundstück im Dorferneuerungsgebiet Stadtschwarzach und ist als Bodendenkmal in der Denkmalliste eingetragen.

Rettungsgrabungen

Weil sich auf dem ehemaligen Gärtnereigrund noch ein Teilstück der alten Stadtmauer von Stadtschwarzach befindet und dieses unter Denkmalschutz steht, müssen das Amt für ländliche Entwicklung und die Denkmalschutzbehörden in die Planungen einbezogen werden. Laut Schmitt hat die Firma Erhard & Stumpf bereits Mitte 2015 diverse Sondierungsgrabungen durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) durchführen lassen. Aufgrund der Stellungnahme des BLfD müssen die Baufelder vor einer Bebauung komplett abgeschoben und auf archäologische Funde untersucht werden. Solche Rettungsgrabungen seien zwingend erforderlich, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Schmitt befürwortete das Bauvorhaben, um drohende Leerstände zu vermeiden und den unbebauten Bereich sinnvoll zu nutzen. „Das ist unsere letzte bebaubare Fläche im Altortbereich von Stadtschwarzach“, so Schmitt. Er begrüßte die Initiative der Investorenfirma.

Eventuell will die Gemeinde ein Teilstück des Geländes, das an die alte Stadtmauer grenzt, selbst erwerben. Nachdem die angrenzenden Nachbarn keine Einwände gegen das Bauvorhaben des Investors vorgebracht haben, stimmten die Ausschussmitglieder zu.

Gemeinderat entscheidet

Gemeinderat Peter Götz regte an, die Möglichkeiten einer punktuellen Dorferneuerungsmaßnahme im Vorfeld abzuklären. Wenn das Genehmigungsverfahren keine Hürden überwinden muss, rechnet Bürgermeister Schmitt mit der Bebauung der ehemaligen Gärtnerei bereits im kommenden Jahr.

Sobald der Bauantrag der Firma Erhard & Stumpf vorliegt, wird der Gemeinderat darüber entscheiden.