Die Dorfmitte, Gehwege und Hauptstraßen sind bestens hergerichtet, das schnelle Internet läuft seit Mitte September, mögliche Windräder am Ortsrand haben sich in Luft aufgelöst: Die Nenzenheimer sind zufrieden. So sehr, dass Bürgermeister Josef Mend bei der Bürgerversammlung in Iphofens größtem Stadtteil merklich überrascht über die Kuschelstunde war, mit der er so nicht gerechnet hatte. Musste sich Mend doch in den anderen Stadtteilen so manche Kritik anhören.

So wurde die Versammlung im Feuerwehrhaus eher zur Infoveranstaltung der Stadtverwaltung. Der Schuh drückt den Nenzenheimern dennoch an einigen kleinen Stellen.

Schon seit Jahren hat der Zaun am Breitbach Löcher. Mancherorts so große, dass ein Dreikäsehoch ohne Probleme hindurchschlüpfen und ins Bachbett fallen könnte. Nachdem sich immer wieder Bürger über den Zustand des Zaunes und auch des Gefahrenpotenzials gegenüber der Stadt geäußert hatten, signalisierte der Bürgermeister nun, dass man sich im Laufe des Jahres der Sache annehme. Wann der Zaun gerichtet wird, das konnte Mend noch nicht datieren. „Wenn im September noch nichts geschehen ist, melden Sie sich bitte“, sagte er in die Runde.

Von Bürgern sei er darauf hingewiesen worden, dass an einigen Stellen im Ortsbereich Schutt und Abfälle sowie teils auch ausrangierte Fahrzeuge abgelagert werden, wie es beispielsweise auf einer Freifläche in der Friedhofstraße der Fall ist. Mend versprach, die Verursacher ausfindig zu machen. Gleichermaßen schlug er eine Aufräumaktion vor, zu der sich Freiwillige finden könnten. Die Stadt würde eine Brotzeit spendieren.

Marode Straße

Ein Ärgernis ist nach wie vor der marode Zustand der erst im Januar 2010 ausgebauten Teilstrecke der Kreisstraße KT1 zwischen Nenzenheim und der Landkreisgrenze zu Mittelfranken in Richtung Frankenberg. Schon kurz nach Freigabe der Straße zeigten sich Wellen und Unebenheiten in der Fahrbahn, was die Autofahrt zur immer schlimmer werdenden Schüttelpartie macht.

Seit zweieinhalb Jahren streitet sich der Landkreis Kitzingen als Bauherr mit den Baufirmen, ob der Fehler an den Vorgaben oder an der Ausführung liege. Mehrere Gutachten wurden erstellt, derzeit wälzt man am Landgericht Würzburg die Akten mit den Stellungnahmen.

„Wir können keine Prognose abgeben, wie es weiter geht und vor allem, wann etwas passiert. Der Kreisbauhof wird eingreifen, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist“, sagte Mend. Einig seien sich die Experten zumindest darin, dass ein Teil der Straße neu gemacht werden muss. Es deute zudem vieles darauf hin, dass für den Untergrund ungeeignetes Baumaterial verwendet worden sei. In diesem Jahr sei jedoch nicht mit einem Urteil zu rechnen. Der Schaden gehe locker in die Millionenhöhe.

Dass Bagger und Lkw einst beim Straßenbau jedoch einige nahe gelegene Flurwege in Mitleidenschaft gezogen hatten, ärgerte am Donnerstag einige Nenzenheimer Landwirte. Die Baufirma habe damals versprochen, die Wege wieder herzurichten, die durch die schweren Maschinen malträtiert wurden. Auch in dieser Angelegenheit müssten sich die Nenzenheimer jedoch gedulden, so der Bürgermeister.

Auch mit der von einigen Bürgern kritisierten Parksituation entlang der Hauptstraßen müssen die Nenzenheimer weiter leben. Eine Verkehrsschau habe ergeben, dass ein Halteverbot nicht notwendig sei.

Dann berichtete Mend noch Positives zur Bevölkerungsentwicklung: Zum Jahresende hatte Nenzenheim 494 Einwohner. Zwar seien im Eigentum der Stadt noch über 20 Bauplätze, die man nicht so recht an den Mann bekomme. Jedoch gebe es im Ortskern so gut wie keine Leerstände.