KITZINGEN

World Press Photo: Die Welt in Kitzingen

„Gebildet ist der, der gute Bilder sieht.“ Mit diesem Satz des Philosophen Platon begann Pater Anselm Grün seine Rede zur Eröffnung der World-Press-Ausstellung am Dienstagabend in der Rathaushalle in Kitzingen. Der Benediktinermönch ist in diesem Jahr Schirmherr der Ausstellung von 143 ausgezeichneten Pressefotos aus aller Welt.
Sehnsucht gehört zum Menschen: Schirmherr Pater Anselm Grün deutet bei der Eröffnung der World-Press-Ausstellung das Siegerbild, das Flüchtlinge zeigt, die Kontakt in ihre Heimat suchen. Foto: Foto: Ralf Thees

„Gebildet ist der, der gute Bilder sieht.“ Mit diesem Satz des Philosophen Platon begann Pater Anselm Grün seine Rede zur Eröffnung der World-Press-Ausstellung am Dienstagabend in der Rathaushalle in Kitzingen. Der Benediktinermönch ist in diesem Jahr Schirmherr der Ausstellung von 143 ausgezeichneten Pressefotos aus aller Welt.

In all der Bilderflut der Medienwelt, so Grün, sei es wichtig, einmal stehen zu bleiben und ein Foto auf sich wirken zu lassen. Anselm Grün machte das mit dem World-Press-Photo des Jahres, vor dem er stand.

„Heimat leuchtet“

Das Bild John Stanmeyers zeigt afrikanische Flüchtlinge am nächtlichen Strand von Dschibuti, die ihre Handys hochhalten, um ein Signal aus dem Nachbarland Somalia aufzufangen und Kontakt zu ihren Angehören zu bekommen. Für Grün bringen die Flüchtlinge mit ihren leuchtenden Handys Licht in die Welt, das Foto drücke für ihn die Sehnsucht nach Heimat aus, die zu jedem Menschen gehöre. „Heimat leuchtet“, sagte Pater Anselm Grün.

Die World-Press-Ausstellung hat einen weiten Weg hinter sich, bis sie nach Kitzingen kam. In vielen Großstädten auf fast allen Kontinenten war sie zu sehen – und nun zum Abschluss in der kleinsten Stadt ihrer Weltreise.

Oberbürgermeister Siegfried Müller zeigte sich bei der Eröffnung sichtlich erfreut über den regen Zulauf, den die Ausstellung in den letzten Jahren hatte – und auch in diesem Jahr schon hat. Denn innerhalb der zwei Tage, an denen die Pressefotos in der historischen Rathaushalle schon bewundert werden konnten, seien schon etwa 1000 Besucher dort gewesen. Die Ausstellung trage zum kulturellen Leben der Stadt bei und mache Kitzingen über die Region hinaus bekannt. Seinem Dank an die Sponsoren, die die Veranstaltung erst möglich machen, schloss Müller die Hoffnung an, dass sich im nächsten Jahr bei der zehnten World Press Photo in Kitzingen noch mehr Firmen finanziell beteiligen.

Eben diese Sponsoren durften in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Eröffnung an das Rednerpult. Roger Lindholz von den Licht-, Kraft- und Wasserwerken Kitzingen unterstrich als Sponsorenvertreter ebenfalls die Bedeutung der Ausstellung für die Stadt, mit ihr „macht man Werbung für das Potenzial Kitzingens“.

Zehnte Ausstellung wird „Wow“

Anais Conjin, die Projektmanagerin der World Press Photo, war aus Amsterdam gekommen, um für das Engagement und den Enthusiasmus in Kitzingen in einem Grußwort zu danken. Sie war tagsüber mit Ausstellungs-Initiator Volkmar Röhrig an der St.-Hedwig-Schule, um mit den Schülern über Fotojournalismus zu sprechen. Röhrig zeigte sich begeistert, dass viele Schüler in den letzten Jahren schon außerhalb der Schule in der Ausstellung waren. Er freut sich schon auf den runden Geburtstag im nächsten Jahr: „Die zehnte Ausstellung, das wird – Wow!“