Der Musik- und Gesangverein von 1862 dürfte der älteste noch bestehende Verein in Wiesentheid sein. An seiner Spitze stand in den vergangenen Jahren mit Wolfgang Lurati ein Mann, der den Verein mit viel Engagement und Herzblut führte, wie sich aus den Ausführungen bei der Generalversammlung heraushören ließ. Aus zehn Jahren, die er sich bei der ersten Wahl zum Vorstand 1996 vorgenommen hatte, sind 24 geworden. Nun gab er sein Amt an Heinz Dürner weiter, der von der Versammlung einstimmig gewählt wurde. Zum Dank für sein Wirken ernannte der Musik- und Gesangverein Lurati zum Ehrenvorsitzenden.

Stellvertreterin Sabine Berthold überreichte die Urkunde mit einem Präsent. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte", gab Lurati zu. Als Notenwart des Orchesters hatte er einst angefangen, zuletzt fungierte Lurati auch als zweiter Dirigent der Musikkapelle. Er möchte auch nicht ganz ausscheiden, sondern sich künftig wieder um die Noten der Musiker kümmern, wie er sagte. Nachfolger Heinz Dürner will Bewährtes erhalten, den Verein trotzdem voran bringen und mit der Vorstandschaft optimal kooperieren.

Rund 400 Vereinsmitglieder, aber zu wenig Nachwuchs

In der Versammlung blickten zunächst Vorstand Lurati, wie auch die Spartenleiter, auf die vergangenen Jahre des fast 400 Mitglieder zählenden Vereins zurück. Über 180 Einsätze, die Proben nicht mitgerechnet, habe man mit dem Chor und dem Orchester geleistet. Die Probleme, die Lurati bei der letzten Versammlung aufgezeigt hatte, seien allerdings "leider immer noch die selben, wie damals." Es fehle an Nachwuchs bei den Sängern im Männerchor, wie auch im Orchester. Trotz der guten Zusammenarbeit mit der Sing- und Musikschule oder Projekten in den Schulen, ließ sich das nicht beheben.

Ein großer Hoffnungsschimmer im Verein ist der seit fünf Jahren bestehende gemischte Kinderchor, den Petra Hergeth leitet, und der nun um einen Jugendchor erweitert wurde. Eine Steigerung von über 100 Mitgliedern habe der Verein seitdem erfahren, der Kinderchor trage sehr zum positiven Erscheinungsbild des Vereins in der Öffentlichkeit bei, hob Lurati hervor.

Vorschlag: Männerchor für Frauen öffnen

Der Männerchor verfügt aktuell laut Leiter Erich Zink noch über 13 Sänger. Dank der Zusammenarbeit mit den Sängern aus Altenschönbach könne es weiter gehen. Vielleicht solle man den Chor künftig auch für Frauen öffnen und die Gründung eines gemischten Chores in Erwägung ziehen, gab Lurati als Anstoß. Aktuell können allerdings wegen der Corona-Pandemie weder die Kinder und Jugendlichen, noch die Männer proben. Nur das Orchester darf wieder üben und nutzt dazu die Steigerwaldhalle. Erste Anfragen zu Auftritten habe man bereits, wie Wolfgang Lurati mitteilte.

Einen Rückblick über die zahlreichen Termine gaben Doris Lang und Kilian Berthold. Letzterer ist seit zwei Jahren Jugendvertreter und hat beim MGV eine Jugendband ins Leben gerufen. Auch damit hofft der Verein, die über 50-jährige Orchester-Tradition künftig fort zu führen.

Ohne Gegenstimme nahm die Versammlung die Erhöhung der Beiträge an. Künftig zahlen Einzelmitglieder 20 Euro, und damit fünf Euro mehr. Für Familien kostet es statt 25 nun 35 Euro. Das sei notwendig, so die Verantwortlichen, weil zum einen die Einnahmen aus den Auftritten rückläufig seien und weil die Zinserträge weg fielen.

Die Neuwahlen zum Vorstand brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Heinz Dürner, Stellvertreterin Sabine Berthold; Kassierin Nadine Jänsch, Schriftführer: Gert Lang, Kulturwart: Michaela Barthel, Presse- und Protokollwart: Doris Lang; Jugendvertreter: Kilian Berthold, Organisationsleiter Musik: Winfried Berthold, Notenwarte: Wolfgang Lurati (Orchester), Alfred Heim (Chor); Beisitzer: Martina Frevert, Jutta Fehlbaum, Oskar Holzmann, Ramona Kunder, Norbert Seßler, Thea Feth. Kassenprüfer: Gerhard Fehlbaum, Anita Göb. Zum Vorstand gehören außerdem die Chorleiter Petra Hergeth und Erich Zink sowie Dirigent Edgar Roske.