Auf Radtour rund ums Dorf begab sich der Wiesenbronner Gemeinderat am Sonntagvormittag. Grund für die Fahrt durch teilweise ganz schön hügeliges Gelände war die Suche nach einem Standort für einen eventuellen Wohnmobilstellplatz, über den auch schon in der letzten Ratssitzung diskutiert worden war (wir berichteten) . Beim ersten Halt auf dem Parkplatz neben dem Sportplatz waren auch Jugendliche dabei, die bei der Gemeinde den Antrag auf einen Mountainbike-Park gestellt hatten.

Als mögliche Vorlage sprachen die Jungs den Parcour in Dettelbach an, "eine Strecke mit Sprüngen und Wellen", wie einer dazu meinte. Beim Bau des MB-Parks in Dettelbach waren auch Jugendliche beteiligt, die sich auch um die Ordnung auf dem Gelände kümmern und so könnte es auch in Wiesenbronn über die Bühne gehen, wie zu hören war. Bürgermeister Volkhard Warmdt sagte generell zu, dass die Gemeinde das Vorhaben unterstützen werde, inklusive des benötigten Bodens, "die Jugend könnte dann die Feinarbeit machen". Dass auch Erwachsene beim Anlegen des Parcours mithelfen, kam auch zur Sprache.

Grundstück hinter dem Kindergarten für die Mountainbiker?

Konkreter wurde es dann auf dem Grundstück hinter dem Kindergarten, das Katrin Stenger als Mountainbike-Strecke vorschlug, da hier aufgrund von Erdwärme-Leitungen im Untergrund eine landwirtschaftliche Bodenbearbeitung nicht möglich sei. Der Bürgermeister drehte gleich eine kleine Proberunde mit dem Rad und die Ratsrunde war sich einig, dass der Platz eine Option für die Mountainbiker wäre. Vorgeschlagen wurde zudem, einige Erwachsene als Ansprechpartner mit ins Boot zu holen.

Als möglicher Wohnmobilstellplatz könnte der Parkplatz neben dem Sportplatz dienen und da vor allem der Westrand dieses Geländes. Markus Kreßmann konnte sich auch die Nutzung eines Streifens auf der Südseite vorstellen und diskutiert wurde über den Ausbau des vorhandenen Weges und die Reduzierung oder Versetzung einer Hecke, da Bürgermeister Warmdt Bedenken wegen zu knapper Wendemöglichkeit hat. Allerdings müsste bei der Nutzung des Parkplatzes dem Sportverein im kommenden Jahr eine andere Parkmöglichkeit angeboten werden, lautete die Einschränkung. Jan von Wietersheim ging auf die Variante "ohne Strom und Wasser" ein, wie sie zum Beispiel in Castell der Fall sei. Frank Ackermann befürchtete sehr hohe Investitionen bei einem kompletten Ausbau "und wir bräuchten dann auch einen Betreiber". Der Bürgermeister konnte sich vorstellen, bei der Einrichtung eines Platzes nach dem Baukastenprinzip vorzugehen.

Keine Wohnmobile neben dem Koboldsee

In Augenschein genommen wurde auch das Gelände südlich des Parkplatzes und südlich des Sportplatzes, das vor allem durch den Blick auf den Steigerwald und den Horizont in Richtung Westen und Norden einige Befürworter fand, aber in Privathand ist, wie zu hören war.

Grundsätzliche Ablehnung erfuhr das Gelände neben dem Koboldsee, da es zum einen Naherholungsgebiet der Gemeinde ist und zum anderen durch einen Stellplatz der außergewöhnlich schöne Blick auf den Steigerwald verloren ginge. Der nächste Halt war beim Weingut Steinberger, wo sich die Gemeinde beteiligen könnte, falls die Familie Steinberger einen Wohnmobilstellplatz ausweisen würde.

Weitere Plätze, die in Augenschein genommen wurden, waren ein Feld in voller Blütenpracht mit Mohn und Kornblumen in Verlängerung der Pfarrgasse und der Schredderplatz, der verlegt werden müsste, falls da ein Stellplatz geplant würde.

Eine Entscheidung für einen Platz wurde noch nicht getroffen. "Wir müssen uns erst einmal im Klaren sein, was wir wollen und uns auch Gedanken zu einer eventuellen Betreuung des Platzes machen", lautete das Fazit des Bürgermeisters am Ende der Radtour.