„Nicht nur Zeit und Energie einbringen, um den Menschen bei den Schritten in unsere Gesellschaft zu helfen, sondern mitgestalten: Dafür wurde der „Freundeskreis Flüchtlinge“ gegründet. Das teilt Birgit Heckelmann vom Freundeskreis der Presse mit.

Seit April trafen sich in der Flüchtlingshilfe engagierte Ehrenamtliche immer am ersten Dienstag im Monat zum Erfahrungs- und Informationsaustausch. Sie sahen: Auch zwei Jahre nach Beginn des Flüchtlingsstroms sind die Ehrenamtlichen oft auf sich alleine gestellt.

Immer wieder werde von allen Seiten betont, dass die große Aufgabe der Flüchtlingsintegration ohne die Ehrenamtlichen nicht gelingen wird. Doch werden sie auch eingebunden oder informiert, wenn sich Abläufe, Zuständigkeiten und rechtliche Bestimmungen ändern? Hier würden sich die Ehrenamtlichen immer wieder übergangen fühlen, Neuigkeiten erfahren sie häufig erst aus der Presse oder durch Kontakte.

Es gibt viel zu tun

Die nötige Unterstützung hört nicht mit dem Abschluss des Asylverfahrens auf – nach der Anerkennung geht die Arbeit für die Ehrenamtlichen erst richtig los: Deutschkurse, Wohnungssuche, Familiennachzug, Kindergarten, Schule, Praktika, Arbeit. Hier müsse die Zusammenarbeit gerade mit den Wohlfahrtsverbänden verbessert und die Aufgabenverteilung geklärt werden.

Als „Vorbilder“ nennt der Kitzinger Arbeitskreis aus der Region den Würzburger Flüchtlingsrat, den Freundeskreis in Ochsenfurt oder die Flüchtlings-und Nachbarschaftshilfe in Neustadt/Aisch.

In der konstituierenden Sitzung wurden Birgit Heckelmann, Eduard Rupp und Brigitte Pauluhn in geheimer Wahl einstimmig in das Leitungsteam gewählt. Bei Bedarf kann dieses erweitert werden. Die Kreisräte Angela Hufnagel und Jens Pauluhn leiteten die Wahl. Von ihnen kam der Vorschlag, dass keine politischen Mandatsträger und Vorstandsmitglieder von Parteien im Leitungsteam sein sollten, um unabhängig zu sein.

Eduard Rupp teilt die Ziele des Freundeskreises mit: „Wir wollen uns für die Belange von Geflüchteten im Landkreis Kitzingen einsetzen und die Hilfe der ehrenamtlichen Unterstützer fördern und ihre Arbeit koordinieren.“

Zusammenarbeit wird angestrebt

Wichtigste Funktion des Freundeskreises soll es sein, die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen wie der Regierung, dem Landratsamt, dem Job-Center und mit Wohlfahrtsverbänden zu stärken. Nicht nur aus humanitären Gründen müsse das Ziel sein, eine schnelle und reibungslose Integration der Flüchtlinge zu erreichen, es wäre auch volkswirtschaftlich klug. Dies kann nur durch koordiniertes Zusammenwirken gelingen, so die Mitteilung. Außerdem würde sich der Freundeskreis über weitere Mitglieder freuen.

Wer Interesse hat, kann sich bei Birgit Heckelmann vom Freundeskreis Flüchtlinge Kitzingen melden: Tel. (01 71) 4 90 74 43