Viele Baumaschinen werden auch 2016 im Landkreis rollen, vor allem in Kitzingen. Neben der Großbaustelle Klinik Kitzinger Land, die noch viele Jahre Millionen von Euro verschlingen wird, sollen im einstigen Bürgerbräugelände Wohnhäuser gebaut werden, ein Verteilerzentrum der Weltfirma Schaeffler im Technologiepark „conneKT“ entstehen und die Dauerhängepartie des Bahnhofsumfelds endlich in die Gänge kommen.

Neben den Tangentenring, der inzwischen Kitzingen umschließt, ist die Klinik Kitzinger Land das größte Bauvorhaben in den vergangenen Jahren im Landkreis. 90 Millionen Euro soll der Um- und Ausbau des 205-Bettenhauses am Ende kosten. In Arbeit ist der Neubau Ost, der Ende 2016 fertig sein könnte. Unter anderem würden hier die Krankenpflegeschule und die Verwaltung unterkommen.

Eine schwere Last für den Etat der Stadt Kitzingen wird der Um- und Neubau der Grund- und Mittelschule Siedlung, der im Herbst starten soll. Der Stadtrat hat deshalb dem Vorhaben einen Kostendeckel von 10,6 Millionen Euro verpasst. Ob der hält, für eine Ganztagsschule mit Hort, Mensa, Küche, Sporthalle und Außenanlagen, wird die Zukunft zeigen.

Noch von keiner Genehmigung, aber viel städtischem Optimismus getragen ist das europäische Verteilerzentrum des Schweinfurter Weltunternehmens Schaeffler. Der Bau entsteht am östlichen Ende des Technologieparks „conneKT“ (ehemals Harvey Barracks) auf rund 15 Hektar Fläche. Laut Bauamtschef Oliver Graumann werden die Arbeiten 2016 beginnen, der Komplex soll 2017 fertig sein.

Die unendliche Geschichte des Bahnhofsumfelds, die 2008 startete, aber – bis auf die Erneuerung der Friedrich-Ebert-Straße – nie richtig vorankam, soll in diesem Jahr endlich neu beginnen. Start im Frühjahr wären die Arbeiten für einen Pendlerparkplatz auf der Seite der Kleingärten (Süden).

119 Stellplätze würden hier nach einjähriger Bauzeit auf Pendler warten. 30 gehören der Bahn als Ersatz für die Stellplätze auf der anderen Bahnhofseite, die künftig für einen weiteren Pendlerparkplatz und den geplanten Busbahnhof reserviert werden. 1,3 Millionen Euro kostet der Parkplatz. Der Rest, der in den Folgejahren in Bau gehen soll, würde nach bisheriger Schätzung satte 4,5 Millionen Euro verschlingen – für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, den Busbahnhof und den zweiten Pendlerparkplatz.

Ein privates Großprojekt soll im Herzen der einstigen Bürgerbräu entstehen. Hier plant die Kitzinger Brauhöfe GmbH & Co. KG auf rund 4000 Quadratmetern Fläche verschiedene Wohnbauten. 38 Eigentumswohnungen – alle barrierefrei – sollen hier entstehen, dazu eine Tiefgarage für die künftigen Bewohner. Der Abriss der alten Brauereigebäude, die seit rund 17 Jahren verwaist sind, könnte nach dem Vorstellungen der Investoren – die Eigentümerfamilie Fiebig und der Bauträger AAA Real Estate AG – schon im Frühjahr beginnen.

Wenn alles glatt läuft, könnte 2016 auch eines der hässlichsten Ecken von Kitzingen verschwinden – die Bauruine des einstigen Markt-Café. Die bauliche Zielrichtung für das 375 Quadratmeter große Grundstück mit dem seit vielen Jahren vor sich hin bröckelnde Gemäuer schräg gegenüber des Rathauses sei „abgestimmt“ hatte Kitzingens OB Siegfried Müller kürzlich erklärt. Mit dem Investor sei die Stadt intensiv im Gespräch. Die Pläne für eine Bebauung würden Anfang 2016 im Stadtrat vorgestellt.