Groetsch ist seit Februar 2012 Geschäftsführer der neuen Institution. Sie wurde gegründet, weil die Forst - und Holzwirtschaft nach Ansicht der Initiatoren bisher schlecht vernetzt ist. "Es findet kein ein Wissenstransfer auf diesem Gebiet statt und es gibt wenige Leuchtturmprojekte für gelungenes Bauen mit Holz", erklärte Christoph Groetsch die Motivation. Außerdem werde viel Laubholz einfach verheizt. Das soll nun etwas anders werden. Positive Medienpräsenz, eine Imageverbesserung sowie ein verstärkter Holzeinsatz werden angepeilt. Dieses Jahr habe das neue Netzwerk schon einige Veranstaltungen durchgeführt. Aber es gebe immer noch einen Nachholbedarf in Sachen Entwicklung und Imagearbeit, sagte Groetsch.

Das Netzwerk Forst + Holz Unterfranken e.V. hat seinen Sitz im Landratsamt in Bad Kissingen. Der Landkreis Kitzingen finanziert - bei vergleichsweise geringem Waldanteil von 15.000 Hektar - das Unternehmen mit jährlich 4770 Euro mit.

"Was bekommen wir dafür?", fragte Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler). Groetsch antwortete, es sei zum Beispiel schon eine Datenbank erstellt worden, die 1800 Unternehmen in 30 Branchen enthalte, die sich entsprechend vernetzen könnten. Schließlich stehe die Forst- und Holzwirtschaft mit zirka 20.000 Arbeitsplätzen und gemessen am Umsatz an an zweiter Stelle.

Um Holz im weiteren Sinne ging es beim Tagesordnungspunkt "Energie- und Klimaschutzkonzept für den Landkreis Kitzingen". Das Konzept ist überarbeitet worden. Die geänderte Version akzeptierten die Mitglieder der Ausschüsse einstimmig.

Christa Büttner von der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen legte beim nächsten Punkt, der sich wiederum um die Energiegewinnung drehte, einen Antrag vor. Der Landkreis soll im Zuge des Konversionsmanagemants für das Kitzinger Land dem Verein "Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder/Alianza del Clima e.V." beitreten. Büttner ging es darum, entweder auf einen Klimamanager zu verzichten und stattdessen Verbesserungen im ÖPNV zu finanzieren oder einen Klimamanager einzusetzen, aber auch dem internationalen Klimabündnis beizutreten und somit dafür zu sorgen, dass dessen Ziele erreicht werden. Dieses Bündnis will die Reduktion der CO2 -Emissionen um zehn Prozent alle fünf Jahre, den Schutz der tropischen Regenwälder durch Verzicht auf Tropenholznutzung und die Unterstützung von Projekten und Initiativen der indigenen Partner.

Nur CSU-Rätin Manuela Strohofer ("Der Regenwald ist die grüne Lunge unserer Erde") und Rosmarie Richter (UsW) konnten sich für Büttners Antrag erwärmen.

Alle anderen Kreisräte lehnten ihn ab. Josef Mend (Freie Wähler) sagte: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Er sah im Konversionsmanagement für Volkach, Kitzingen und den Landkreis keinen Zusammenhang zum Regenwald. "Wir müssen nicht alles doppelt gemoppelt machen", meinte Dr. Otto Hünnerkopf (CSU) und verwies auf das Netzwerk Forst + Holz Unterfranken e.V., das durch die Förderung der Nutzung einheimischer Hölzer auch einen Beitrag für die Regenwälder leiste.

Und Robert Finster (SPD) sagte, Büttners Antrag sei inzwischen von der Entwicklung überholt. Er sah keine Notwendigkeit, hier zuzustimmen.

Die Landrätin schließlich ermahnte die Grünen, endlich zu erkennen, wie viel der Landkreis schon unternommen habe, um den CO2 -Ausstoß zu senken. Sie erinnerte an den Einbau von Holzhackschnitzelheizungen in den Schulgebäuden, an die 13 Windkraftanlagen, die auf den Hügeln des Landkreises stehen, sowie an die Mitgliedschaft bei der Energieagentur Nordbayern. Damit war das Thema abgehakt und der Antrag bei drei Gegenstimmen abgelehnt.