Nicht nur der mögliche Bau von Windrädern auf einem Vorranggebiet (WK 21) in der Gemarkung von Bibergau und Dettelbach macht manchem Verantwortlichen Bauchweh, sondern auch die mögliche Außenwirkung der Entscheidung des Stadtrats vor rund einer Woche: Die Stadt legt in einer Stellungnahme Wert auf die Feststellung, dass der dabei angedachte Bürgerentscheid – ausgelöst durch ein Ratsbegehren – keineswegs beschlossene Sache sei.

Zur Erinnerung: Dem Ratsgremium lag ein Antrag der Firma F&F Naturkraft Franken vor, bei dem es lediglich um einen städtebaulichen Vertrag geht. Ziel: Die Stadt soll für das geplante Windradgebiet einen Bebauungsplan aufstellen.

Wohl im Hinblick auf die schon seit langem auch im Landkreis kontroverse Diskussion rund um riesige Rotoren stimmte eine Mehrheit (13:7 Stimmen) für die Vertagung und auf Antrag von Roland Hardörfer dafür, dass die Verwaltung eine Vorlage zu einem möglichen Ratsbegehren vorbereitet – mit Blick auf Vorrangfläche WK 21.

Weg ist noch weit

Ziel des Ganzen aus Hardörfers Sicht: Wenn der Stadtrat dem Ratsbegehren zustimmt, könne das Gremium der Bevölkerung ermöglichen, per Bürgerentscheid mitzuentscheiden, ob auf der Fläche WK 21 – westlich von Dettelbach – Windräder gebaut werden dürfen oder auch nicht.

Bis zu einem möglichen Bau ist der Weg allerdings noch weit. Der vorerst vertagte Vertrag mit der Windrad-Firma sieht bisher nur vor, dass die Naturkraft Franken GbR alle Kosten für einen Bebauungsplan für das Gebiet WK21 übernimmt. Der Vertrag sieht zudem vor, dass Dettelbach die eigene Planungshoheit durch das Papier nicht beschränkt und die Stadt jederzeit das Verfahren stoppen kann, „ohne dass dies zu Ersatzansprüchen gegen die Stadt führt“.

Spannend könnte bei einem Stadtratsbeschluss pro Bürgerentscheid werden, ob die Dettelbacher den Bau von Windrädern in einem Vorranggebiet überhaupt verhindern dürfen. Das Areal von WK 21 steht auch nach den jüngsten Beschlüssen des Planungsverbands noch als Windräder-„Reservat“ in der Karte. Und für Vorranggebiete gilt laut einer Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken, dass „Maßnahmen und Planungen im Umfeld“ die vorgesehene Nutzung innerhalb des Areals „nicht erheblich einschränken“ dürfen.

Allerdings: Anders als in der Region Main-Rhön ist in der Region Würzburg (Landkreise Würzburg, Main-Spessart, Kitzingen und Stadt Würzburg) noch nicht „verbindlich festgelegt, welche Flächen für eine Windkraftnutzung zur Verfügung stehen und wo Windkraft ausgeschlossen ist“.