Die Corona-Krise hat anscheinend keine Auswirkungen auf die Finanzlage des Marktes Wiesentheid. Bei den Vorberatungen zum Haushaltsplan für 2022 und im Etat ließen sich jedenfalls keine größeren Einschnitte erkennen. Die Mitglieder des Ausschusses um Bürgermeister Klaus Köhler stimmten für einen Finanzplan, der insgesamt 26,403 Millionen Euro umfassen wird. Der Haushalt geht nun als Empfehlung an den gesamten Gemeinderat, der ihn voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung annehmen und verabschieden wird.

Der Markt hat für kommendes Jahr keine Aufnahme von Krediten vorgesehen. Die Pro-Kopf-Verschuldung wurde bis Ende 2022 auf 19,11 Euro berechnet. Wenn alles nach Plan läuft, wäre die Gemeinde zum Jahresende 2023 dann schuldenfrei.

Zur Deckung des Haushalts entnimmt die Gemeinde 2,13 Millionen Euro aus ihren Ersparnissen. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt beträgt 187 500 Euro. Bei den Einnahmen wird der größte Posten die Gewerbesteuer sein (4,6 Millionen Euro). Beim Anteil an der Einkommensteuer sind 2,78 Millionen Euro kalkuliert, bei der Grundsteuer A und B sind es 557 000 Euro.

Insgesamt fällt das 168 Seiten umfassende Zahlenwerk, das Kämmerin Angela Roß in der Sitzung erläuterte, um 1,5 Millionen Euro höher aus, als im Vorjahr. Die Erhöhung liegt an den Ausgaben im Verwaltungshaushalt, der mit 14,039 Millionen Euro um 1,711 Millionen Euro höher angesetzt ist, als zuletzt.

Begründet ist das Ganze durch die höhere Steuerkraft der Gemeinde, die auf 1791 Euro pro Einwohner steigt. Damit steigen auch die Umlagen, wie etwa die Kreisumlage, die Wiesentheid zahlen muss. Außerdem ist bei den Personalkosten von 2,08 Millionen Euro eine Erhöhung um 158 044 Euro eingeplant. Das liege laut der Kämmerei an den Tarifsteigerungen sowie drei Pufferstellen, die zu schaffen sind.

Zu den größeren Vorhaben gehört die Erweiterung der Kinderkrippe

Im Vermögenshaushalt hat die Gemeinde Investitionen von 12,31 Millionen Euro stehen. Tatsächlich investiert wurden laut einer Aufstellung der Kämmerei in den vergangenen Jahren im Schnitt rund 4,1 Millionen Euro. Diesmal sind unter anderem als größere Vorhaben der Bau der Erweiterung der Kinderkrippe (1,37 Millionen Euro), Tiefbau Schlossplatz (1,5 Millionen Euro) oder der Umbau des Rathauses (750 000 Euro) im Etat vorgesehen. Neben den großen Brocken hat die Gemeinde auch kleinere Maßnahmen, wie den Beginn der Sanierung an der Kirche in Feuerbach (50 000 Euro) im Etat. Für die Ortsteile Feuerbach und Reupelsdorf wurden 350 000 Euro zur Erschließung von Bauplätzen eingeplant, in Geesdorf 200 000 Euro für das zu bauende neue Feuerwehrhaus.

Diskutiert wurde in der Beratung des Haushaltsausschusses, ob die Gemeinde den Bau von E-Ladesäulen finanzieren solle. Mit 180 000 Euro steht der Posten im Plan, wobei 144 000 Euro als Zuschüsse zurückfließen. Ratsmitglied Walter Rosentritt war der Ansicht, dass die Kommune dafür kein Geld ausgeben solle. Es sei Sache der Stromunternehmen, die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Der Posten blieb im Etat, die Verwaltung will dazu nachfragen, hieß es.