Der gemeinsame Empfang von Gymnasium, Grund- und Mittelschule sowie der Gemeinde Wiesentheid zum neuen Jahr machte es deutlich: Der Alltag an den beiden Bildungseinrichtungen wird mehr und mehr international. So berichtete Internatsleiter Elmar Halbritter, dass nun am Gymnasium unter den 30 ausländische Schülern auch sieben junge Chinesen seien. Schulleiter Heinz Dürner von der Nikolaus-Fey-Schule nannte 24 Schüler an der Grundschule sowie weitere 27 an der Mittelschule, die als Asylsuchende und Migranten hier sind. Das stelle eine große Herausforderung für die jeweiligen Schulen dar, gerade bei der Grund- und Mittelschule müsse eine „hoch differenzierte Arbeit“ geleistet werden, so Dürner.

Am Gymnasium sprach Internatsleiter Halbritter von „guten Erfahrungen“, die man bislang mit den Ausländern gemacht habe. Es tue gut, auch einmal Einblicke in andere Kulturkreise zu bekommen. Am Wiesentheider Gymnasium sind die Türen für ausländische Schüler schon deswegen offen, weil die Schule im Vorjahr den Status „Internationale Schule“ verliehen bekam. So werden bilinguale Module eingesetzt. Das heißt, Teile des „normalen“ Unterrichts werden in englischer Sprache gehalten.

Neben einigen musikalischen Beiträgen stellten mit Selina Dietrich, Philipp Kriegbaum und Veronika Strenzel drei Abiturienten ihre jeweilige Seminararbeit kurz vor.

Anfragen aus Osteuropa

Das Gymnasium wird derzeit von etwa 530 Schülern besucht, von denen rund 100 im Internat sind. Zunehmend habe man Nachfragen aus osteuropäischen Ländern, nun auch aus Asien, so Heimleiter Halbritter. Als weiteren neuen Punkt hat das Steigerwald-Landschulheim in der fünften Jahrgangsstufe eine Musik-Klasse eingerichtet. Wer möchte, hat dort drei Stunden Musik-Unterricht pro Woche.

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang begrüßte zunächst der Direktor des Gymnasiums Hilmar Kirch die Gäste, darunter Vertreter benachbarter Schulen, Bürgermeister und Kommunalpolitiker. Kirch sagte, dass das Landschulheim anstrebe, künftig auch Weltethos-Schule zu werden. Er, wie auch der Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf, betonten den Wert des Gymnasiums als Bildungsträger für die gesamte Umgebung. Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier unterstrich, dass seine Gemeinde stolz auf die Schulen sei. Vor allem das Gymnasium sei wichtig für die Infrastruktur. Gerade durch dessen internationalen Beziehungen werde Wiesentheid zudem in ein gutes Licht gerückt.