"Informationen zum weiteren Vorgehen in Bezug auf das Bürgerhaus" gab es in der Ratssitzung am Dienstagabend in der Sporthalle. Bürgermeister Volkhard Warmdt berichtete von einem "intensiven Abend", an dem jeder Aspekt, auch der finanzielle, diskutiert wurde "und es ist nicht der Fall, dass wir aus der Städtebauförderung rausfliegen, wenn wir das Haus nicht bauen". Er verwies auf eine mögliche Förderung von 65 Prozent.

Gesprochen wurde bei dem Treffen auch über einen Saal, Vereinsräume, Tourismusbüro oder Bürgertreff. Carolin Wegmann konnte sich ein Haus "in kleinerer Version" vorstellen, sie schlug eine weitere Diskussionsrunde vor, um über die Möglichkeiten der Nutzung der Bausubstanz des Anwesens westlich des Rathauses zu reden und zu klären, "was wir wollen". Auch Reinhard Fröhlich argumentierte in diese Richtung: "Wir sollten das Ganze neu überdenken, da Grundstück und Gebäude in der Hand der Gemeinde bleiben".

Neuer Plan für Nutzung des Bürgerhauses

Auf die wichtigsten Argumente pro und contra ging Jan von Wietersheim ein, der die zentrale Lage des genannten Anwesens, Barrierefreiheit, die Unabhängigkeit von Vereinen oder den möglichen Biergarten ansprach. Auf der Kontraseite nannte er die Finanzierung des Umbaus – "eine teure Sache und eine mögliche Kostenkumulation an mehreren Baustellen" – die Schwierigkeit, das Haus eventuell über die Vereine zu betreiben, einen weiteren Saal und die Überquerung der Straße, um in das Gebäude zu gelangen.

Der Bürgermeister brachte am Ende der Diskussion den Beschlussvorschlag, vom ursprünglichen Plan Abstand zu nehmen und einen neuen Plan für die weitere öffentliche Nutzung zu erstellen, was bis auf eine Gegenstimme vom Ratsgremium befürwortet wurde.

Diskutiert wurde auch über die weitere Nutzung des ehemaligen Schulhauses, die nach Möglichkeit zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde über die Bühne gehen soll. Zunächst ist die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vorgesehen. Der Bürgermeister schlug vor, für die eventuelle gemeinsame Nutzung Verhandlungen mit der Kirchengemeinde aufzunehmen, da das Haus noch ein paar Jahre der evangelischen Landjugend überlassen werden könne. Carolin Wegmann machte die weitere Nutzung davon abhängig, "was weiterhin im Ort passiert". Hendrik Wenigerkind konnte sich eine Nutzung des Hauses auch für das Vereinsleben vorstellen, ein Beschluss wurde nicht gefasst.

Informationen zum Funkturm

Der evangelische Kindergartenverein beantragte bei der Gemeinde die Finanzierung einer Berufspraktikantenstelle. Der Verein verwies darauf, dass zwei Praktikantinnen eingestellt werden, die im letzten Ausbildungsjahr sind, die jährlichen Kosten für eine Person betragen 24 500 Euro und die Gemeinde wird um den Betrag für eine Praktikantin gebeten.

Der Verein bringt vor, dass 2019 und 2021 Praktikantinnen als Erzieherinnen übernommen wurden "und so konnten wir die gesetzlich vorgeschriebene Quote einhalten und sogar übererfüllen, was den Kindern direkt zugute kommt". Die Ratsrunde einigte sich darauf, dass der Bürgermeister erst mit der VG-Kämmerin Antje Teutschbein über die finanzielle Möglichkeit des genannten Betrags spricht.

Informationen gab es zum Stand der Dinge in Sachen Funkturm: 2017 kam die Anfrage der Telekom zwecks Mitwirkung der Gemeinde bei der Standortsuche, die sich aber nicht beteiligte. 2018 kam die Mitteilung, dass ein Pachtvertrag mit einem privaten Verpächter abgeschlossen wurde, 2020 der Antrag für einen 22 Meter hohen Mast am Bolzplatz, der Gemeinderat stimmte unter der Bedingung zu, den Standort zu verlegen und bot 2021 das Feuerwehrgerätehaus als Alternative an. 2022 gab es einen runden Tisch mit den Anwohnern des FW-Gerätehauses, die "Deutsche Funkturm" lehnte das Haus ab und beantragte den Mastbau am alten Standort. Es erfolgte dann eine Abstimmung der Anwohner gegen das FW-Haus. Der Bürgermeister befürchtet nun den Bau des Masten am Standort der Telekom, da das Unternehmen privilegiert und mit der Zustimmung des Landratsamtes zu rechnen sei.

Finanzielle Unterstützung für die Katzenhilfe

Yvonne Röder beantragte die Unterstützung der "Katzenhilfe Würzburg" für die Betreuung der Katzen am Eichplatz. Sie brachte vor, dass 13 Katzen auf Kosten des Vereins behandelt, kastriert oder vermittelt wurden. Sie beklagte, dass nichts unternommen werde und Speisereste Ratten angelockt hätten, weshalb sie spezielles Katzenfutter von der Gemeinde beantragte.

Der Bürgermeister schlug einen Zuschuss von 50 Euro vor, was bei einer Gegenstimme befürwortet wurde. Er informierte über die Möglichkeit, herrenlose Katzen kastrieren zu lassen, weshalb die VG prüfen sollte, ob die Kastrationspflicht eingeführt werden sollte, wovor aber Hendrik Wenigerkind warnte: "Das ist juristisch nicht einfach".