Wie geht es weiter mit dem Bürgerhaus? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Wiesenbronner Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend. Etliche Zuhörer waren gekommen und es wurde lange über die Thematik debattiert, wobei zum Teil gegensätzlichste Argumente sachlich vorgetragen wurden. Am Ende einigten sich die Ratsmitglieder darauf, dass nicht über die Köpfe der Wiesenbronner hinweg entschieden werden sollte. Für die Einwohner wird es deshalb am 1. August von 15 bis 18 Uhr auf dem Platz gegenüber dem früheren Krämerladen Gelegenheit geben, sich zu informieren und seine Meinung kund zu tun.

Bürgermeister Volkhard Warmdt verwies darauf, dass er viele gehört habe, die gegen ein Bürgerhaus seien, weshalb er sich eine Bürgerbefragung vorstellen konnte. Er habe zudem den Architekten um Aufschub gebeten: "Die Planung liegt derzeit auf Eis". Er erinnerte daran, dass der alte Gemeinderat das Bürgerhaus auf den Weg gebracht und einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben hatte. Danach seien auch schon die Leistungsphasen eins bis fünf in Auftrag gegeben worden.

Architekt könnte klagen

Dorfplaner Tom Buchholz informierte, dass in der Phase drei in die Entwurfsplanung  eingetreten werde, in der es auch um die Berechnung der Baukosten gehe, die Phasen drei bis fünf seien zwar in Auftrag gegeben worden, "aber es wurde noch nichts gemacht". Es gebe noch keine Entwurfsplanung und falls der Auftrag gekündigt werde, könne der Architekt auf entgangenen Gewinn klagen.

Harald Höhn setzte sich mit viel Herzblut für ein Bürgerhaus ein: "Ich bin extrem dafür, es wäre ein Treffpunkt für Leute jeglichen Alters, wir brauchen das für unsere Lebensqualität und auch für den Blick in die Zukunft". Höhn versprach auch, sich nicht nur jetzt für den Umbau des Hauses neben dem Rathaus einzusetzen, sondern sich auch nach der Verwirklichung zu engagieren, "damit das Haus mit Leben erfüllt wird". Jan von Wietersheim trat dafür ein, das Haus für Wohnzwecke zu nutzen und Frank Ackermann verwies auf andere Räumlichkeiten: "Wir brauchen das Bürgerhaus nicht, um verschiedene Sachen auf den Weg zu bringen". Christian Gebert schlug vor, erst die Unterlagen gründlich zu studieren, über eine eventuelle Umgestaltung nachzudenken und die Ideen dann in einer Informationsveranstaltung vorzubringen. Hendrik Wenigerkind wollte die Einwohner mehr in den Entscheidungsprozess einbezogen wissen, "da ich bisher den Eindruck hatte, dass sich ein Großteil der Bürger nicht mit dem Haus identifizieren kann".

Leute müssen informiert werden

Carolin Wegmann hatte da eine andere Sichtweise: "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Leute das Bürgerhaus nicht wollen". Kathrin Stenger trat dafür ein, die Leute zu informieren, "damit sie wissen, was sie zu erwarten haben, wenn es um den Einsatz im Haus geht". Reinhard Fröhlich betonte, dass es auch darum gehe, ein lebenswertes Dorf zu erhalten, er schlug eine Abstimmung vor, um eine Entscheidung treffen zu können, die aber nicht stattfand.

Der Bürgermeister sagte zu den Finanzen, dass mit Kosten von rund 1,6 Millionen Euro zu rechnen sei "und wir werden 120 000 Euro in den Sand setzen, falls wir das Haus ablehnen". Harald Höhn zeigte sich optimistisch, dass die Gemeinde bis zu 80 Prozent staatliche Förderung erhalten könne. Dorfplaner Buchholz konnte sich eine Arbeitsgruppe vorstellen, die auch Projekte entwickeln könnte, da ihm "die Sache mit dem Bürgerhaus derzeit etwas festgefahren" vorkomme.  "Wir wissen derzeit nicht, was die Bürger wollen, weshalb wir zu diesem Thema eine Arbeitssitzung abhalten, die Unterlagen studieren und dann eine Informationsveranstaltung abhalten sollten", schlug der Bürgermeister vor, was allgemeine Zustimmung fand.