Zum wiederholten Mal gingen im Wiesentheider Rathaus Beschwerden über den Mehrgenerationenplatz in der Kolpingstraße ein. In der Sitzung des Gemeinderats trug Bürgermeister Klaus Köhler ein Schreiben von Anliegern vor, die sich vor allem über den Lärm dort beklagten.

Die zentral im Ortskern, direkt am Jugendhaus und Kindergarten gelegene Spiel- und Freizeitfläche beschäftigte bereits mehrfach das Gremium. Trotz festgelegter Öffnungszeiten und Regeln halten sich die jugendlichen Nutzer jedoch nicht an die Vorgaben. So schilderten die Anwohner Eleonora und Alexander Rieger, dass dort an der Streetball-Anlage "bis in die tiefe Nacht" Basketball gespielt werde. Die Lautstärke sei so enorm, dass man dem Lärm nicht nur auf der Terrasse, sondern auch im Haus höre.

Gegenstände demoliert

Es würden Gegenstände herumgetragen und zweckentfremdet, wie das Fußballtor. Dazu würden befestigte Bänke "herausgerissen und völlig demoliert. Beispiele könnten wir endlos liefern", schrieb das Ehepaar. Die Polizei werde regelmäßig von ihnen informiert. Deren Empfehlung, die Sache selbst zu regeln, könne man aus Selbstschutzgründen nicht verlangen. Zudem ließen sich die Jugendlichen auch nicht vom Platz verweisen, hieß es weiter.

Auf die Frage von Bürgermeister Köhler in das Ratsgremium, wie man das Problem lösen könne, machte Gemeinderat Erwin Jäger (SPD) einen Vorschlag. Das einstige Vereinsheim des Tennisclubs in Nähe des Sportzentrums stehe leer und werde vom Sportverein angeboten. Das Gebäude ließe sich als Treff für ältere Jugendliche nutzen, meinte er. Flächen für Basketball oder Skateboard stünden zur Verfügung oder ließen sich schaffen.

Platz künftig ab 20 Uhr geschlossen

Jägers Idee fanden die Kollegen Otto Hünnerkopf (CSU/Pro Wiesentheid) und Hans Müller (Bürgerblock) interessant. Dazu wäre jedoch noch einiges zu besprechen, so Hünnerkopf. Gemeinderat Peter Fechner (CSU) merkte an, dass ein Umbau oder eine Renovierung des ehemaligen Tennisheims finanziell "keine Kleinigkeit" sei. Allerdings müssten zuerst die Tennisplätze, wie bereits beschlossen, verlegt werden. Das dürfte jedoch noch dauern.

Weiter wurde zum Mehrgenerationenplatz besprochen, dass dieser künftig schon ab 20 Uhr offiziell geschlossen werde. Das sei jedoch schwierig zu kontrollieren, warf Bürgermeister Köhler ein. Zudem soll die Beleuchtung dort nachts komplett abgeschaltet werden.  Außerdem solle die Gemeinde das Problem der Kontrolle erneut mit der Polizei besprechen.