Lachen unter freiem Himmel: 17 Mal Kultur und Kabarett – als Ersatz für das Fränkische Weinfest bietet Volkach in diesem Jahr einen Kabarett-Sommer an. Bis Ende August, wird der Volkacher Weinfestplatz zur Kabarettbühne verwandelt. Mit dabei: bundesweit bekannte Künstler wie Michael Mittermaier und Wolfgang Krebs.

Corona und kaum Auftritte – das fühlt sich an wie …

Wolfgang Krebs: ... ungewollt in Frührente. Aber ich komme sehr gut mit meiner Zeit zurecht – und außerdem geht es jetzt ja wieder los.

Hatten Sie zuletzt überhaupt Auftritte, etwa beim Autokino?

Krebs: Ich bereite jeden Tag einen Beitrag für Bayern 1 vor und bin einmal pro Woche im BR-Fernsehen. Das heißt, bei mir ging es gut weiter. Aber ich habe trotzdem Veranstalter unterstützt, indem ich auch kleine Veranstaltungen zugesagt habe – auch im Autokino.

Wie haben Sie die zusätzliche und unfreiwillige freie Zeit ansonsten genutzt?

Krebs: Ich habe einen großen Garten in Kaufbeuren, dort habe ich sehr viel gearbeitet. Außerdem habe ich das Wohnzimmer, die Küche, das Bad, das Esszimmer, das Gästezimmer und den Gang frisch gestrichen.

Was bedeutet die Zwangspause finanziell?

Krebs: Ich habe dieses Jahr bereits mit der ersten Quartalszahlung meine Jahressteuern beglichen. Ich hätte gerne mehr bezahlt – jetzt muss der Staat sparen.

Wie behält man da als Gute-Laune-Mann derzeit die gute Laune?

Krebs: Ohne gute Laune geht es nicht. Ich habe eine wunderbare Familie und tolle Freunde. Und ich freue mich auf mein Publikum. Ich werde in meinem Programm Freude verbreiten, meine Freude an das Publikum weitergeben.

Was würden Sie von der Politik erwarten in Sachen Kunst und Corona?

Krebs: Ich habe mich an den entscheidenden Stellen dafür – im Hintergrund – eingesetzt, dass was vorangeht. Es gab Gespräche, um auf die Themen der privat geführten Theater hinzuweisen.

Vielleicht können Sie ja Ihre guten Beziehungen zu Markus Söder nutzen und einfach selber Beschlüsse fassen?

Krebs: Jetzt hab ich doch extra die Maskenpflicht für die Besucher von Kulturveranstaltungen gelockert, wenn die an ihrem Platz sitzen, extra damit in Volkach mehr Leute kommen. Söder und ich sind im Einklang.

Ist Söder Ihre Lieblingsfigur?

Krebs: Zur Zeit ist er das, ja. Weil er in meinen Augen vieles richtig macht – und der Laschet kann es einfach nicht.

Worüber kann man bei ihm am besten lachen?

Krebs: Über seine deutlichen Worte, und seine Pressekonferenzen, wenn er mit der Merkel umspringt, wie mit einer ungeliebten Lehrerin aus der Sicht der letzten Schulbank.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er und Sie demnächst Kanzler werden?

Krebs: Sehr hoch. Ich kenne keinen besseren Kandidaten für das Kanzleramt als Markus Söder. Ich werde ihn unterstützen, weil ich damit vielleicht wieder an meine Steuerleistung von 2019 herankomme.

Wie haben Sie den Aufstieg von Söder in den vergangenen Jahren erlebt?

Krebs: Vom Lausbuben zum Staatsmann.

Seit wann imitieren Sie ihn? Was war der Anlass?

Krebs: Schon sehr früh. Ich glaube, 2012 habe ich mir eine Söder Perücke machen lassen. Weil ich gespürt habe, dass er eines Tages Ministerpräsident sein wird.

Was waren am Anfang die Probleme mit der Figur?

Krebs: Die Stimme war am schwierigsten, bis ich gemerkt habe, dass wir die gleiche Stimmlage haben. Ich hatte also ein Problem gesucht, das es gar nicht gab.

Hat Herr Söder Sie schon auf die Figur angesprochen?

Krebs: Söder war der Erste, der mich als Söder gesehen hat. Ich schätze an ihm seine Treue, wenn ihm etwas gefällt.

Wie kommen Sie mit dem Fränkischen zurecht?

Krebs: Mein Vater ist Franke, somit bin ich halber Franke.

Volkach kann sich warm anziehen, weil ich …

Krebs: ... alles über Volkach weiß, schließlich habe ich mal im weitesten Sinne für Leo Kirch bei ProSiebenSat.1 gearbeitet. Ich kenne von meinem Vater die Geschichte der gestohlenen Madonna und trinke gerne einen Volkacher Kirchberg und war selbst schon dort. Mein Onkel hatte ein Weinlokal in Bamberg und hat neben guten Franzosen auch fränkische Spitzenweine aus Volkach ausgeschenkt. Sie sehen: Ich bin bestens für einen lustigen Abend unter meinen fränkischen Blutsbrüdern vorbereitet.