Solarenergie boomt derzeit. Davon kann auch Dettelbachs Bürgermeister Matthias Bielek ein Lied singen: "Gefühlt ein mal pro Woche, aber mindestens einmal pro Monat", so der Rathauschef am Donnerstagabend im Energie- und Umweltausschuss, stehe ein möglicher Projektträger für eine Freiflächenphotovoltaikanlag im Rathaus. Die potentiellen Flächen seien da auch schon klar: Entweder sind sie schon gekauft oder mit dem Landwirt ist eine Pachtvereinbarung getroffen.

Wie damit umgehen, was kann die Stadt vielleicht selber machen, können auch Dettelbachs Bürger davon profitieren und was machen in zwei aktuellen Fällen? – auf etliche Fragen sollten im Ausschuss Antworten gefunden oder zumindest Richtungen gegeben werde. Gleich drei Vorträge gab es zu den unterschiedlichen Aspekten. Neu dabei: Auch aus der Ferne kann eine entsprechende Präsentation gestaltet werden – da muss gar keiner mehr von weither anreisen. Zumindest zwei Stadträte, die nicht Mitglieder im Ausschuss sind, begleiteten die Sitzung von Zuhause am Computer aus.

Haßfurt gilt als Vorbild für viele Kommunen

"Die Leitung nach Haßfurt steht", sagte Bielek und leitete damit den ersten Vortrag von Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerke Haßfurt ein. Energieautark werden, ein Fernziel für Dettelbach, das hat Haßfurt offensichtlich schon fast erreicht "und ist damit Vorbild für viele Kommunen", so Bielek. Und Haßfurt macht viel: Da werden alleine 13 Windräder betrieben, da gibt es große Fotovoltaikanlagen, die produzieren viel Strom und der muss irgendwie gespeichert werden, denn die Energie soll vor Ort bleiben.

Große Batteriespeicher und Umwandlung in Wasserstoff – damit arbeiten die Stadtwerke. Der Wasserstoff kommt in die Gasleitungen und in ein Blockheizkfraftwerk, wird wieder zu Strom oder zu Wärme. Neben der Beteiligung von Bürgern an den Anlagen ist ein wichtiger Aspekt: "Man kann mittlerweile viel Geld damit verdienen", sagte Zösch, eine großes Bad und eine Eissporthalle könnte sich Haßfurt sonst nicht leisten. Der Tipp an die Dettelbacher: "Selber machen und nicht andere machen lassen." Was etwa für Energiegenossenschaften gilt.

Wie so eine Genossenschaft aussehen kann, das erläuterte Roland Köppel, Vorstand der VR-Bank Kitzingen. Zusammen mit der LKW Kitzingen und der Baywa gründete die Bank eine entsprechende Genossenschaft, die einige erfolgreiche Projekte entwickelte. Hier könnte etwa die Stadt Dettelbach mit einsteigen und zusammen mit den Grundeignern Projekte entwickeln.

Bürger sollen mit ins Boot geholt werden

Klar ist, wie es mit der Anfrage für eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage in Mainsondheim durch die MaxSolar GmbH weiter gehen soll. Die arbeitet mit der Energiegenossenschaft EGIS zusammen, deren Ziel es ist, entsprechende Anlagen zu betrieben und dafür die umliegenden Bürger mit ins Boot zu nehmen. "Der Bürger investiert in seine eigene Anlage", sagte EGIS-Geschäftsführer Pascal Lang. Ein Konzept das soweit überzeugte, dass die Verwaltung das Projekt nun weiter voranbringen werde. Insgesamt soll bei einer Investitionssumme von knapp fünf Millionen Euro rund eine 8,8 MWp Anlage entstehen, die etwa 3000 Haushalte mit Strom versorgen kann und auch Batteriespeicher enthält.

Für kleinere Projekte, etwa die Restflächen auf dem Dach des neuen Kindergartens Bibergau/Effeldorf, so Bielek, werde die Stadt ein eigenes Konzept ausschreiben, etwa als GbR oder als Bürgergesellschaft. Bei größeren Projekten soll jeweils im Einzelfall entscheiden werden, ob die Stadt selbst tätig wird, bei einer Genossenschaft mit einsteigt, oder es einem Projektentwickler überlässt. Wichtig ist nun erst einmal die Erstellung eines Katasters, das geeignete Flächen für Solaranlagen festlegt. Damit soll die Entwicklung auch im Sinne der Stadt gelenkt werden.

Einige Anträge waren nicht eindeutig

Im Dezember vergangenen Jahres hat der Ausschuss Richtlinien für Zuschüsse zu verschiedenen Umweltmaßnahmen verabschiedet und dafür jährlich 50 000 Euro bereit gestellt. Jetzt legte die Verwaltung einige Anträge zur Entscheidung durch den Ausschuss vor, die wohl nicht eindeutig waren.

Der Heizungstausch, die Wasserenthärtungsanlage oder auch die gedämmte Haustüre wurden abgelehnt. Förderfähig ist die Umrüstung der Flutlichtanlage des SC Schernau auf LED. Wobei allerdings davon ausgegangen wird, dass der Verein eher die 15-prozentige Vereinsförderung durch die Stadt in Anspruch nimmt, die sicher höher als die 1000 Euro des Umweltprogramms ausfällt.