. Großen Anklang fand die Ausstellung „Glatt gestrichen – Mangelbretter, Wäschepflege in alter Zeit“ im Museum Segeum in Segnitz. Am Sonntag, 21. Juni, sind die Mangelbretter und die Mangelhölzer letztmalig in Segnitz zu sehen. Die Ausstellung, die von Dr. Margarete Klein-Pfeuffer mit Exponaten des Sammlers Rolf Franke konzipiert wurde, zeigt diese heute kaum noch bekannten Haushaltsgeräte aus drei Jahrhunderten.

In Kombination mit einem sogenannten Rollholz dienten Mangelbretter dazu, Leinenwäsche zu glätten. Die ersten Mangelhölzer kamen im 17. Jahrhundert in Gebrauch, als es in adeligen Kreisen schick wurde, Bettwäsche zu verwenden. Dafür wurden Leinenbahnen zu Bettlaken und Kissenüberzügen verarbeitet. Frühe Mangelbretter sind aufgrund ihrer Verwendung in herrschaftlichen Haushalten sehr aufwändig und prachtvoll gearbeitet. Im Laufe der Zeit wurde Leinenwäsche auch in großbürgerlichen und bäuerlichen Haushalten verwendet. Zusammen mit Leinenwäsche und Leinenballen bekamen junge Bräute dann auch ein Mangelbrett als Aussteuer mit in die Ehe. Oft wurde dieser Bezug zur Hochzeit durch ein eingeschnitztes Herzchen, Jahreszahl und Monogramm zum Ausdruck gebracht. Manchmal bekamen die Bräute solchermaßen verzierte Mangelbretter auch von ihrem zukünftigen Ehemann als Liebesgabe geschenkt.

Die Ausstellung zeigt rund 50 Mangelbretter und die dazugehörigen Rollhölzer in verschiedener Ausführung und mit teils kunstvoll geschnitzten Motiven. Prunkstücke der Sammlung sind skandinavische Bretter mit pferdeförmiger Handhabe, ein Mangelbrett im Rokokostil und ein barockes Brett mit floraler Verzierung. Wer es selbst einmal erfahren will wie mühsam und kräftezehrend das Mangeln war, für den steht ein Brett mit Rolle und Leinentuch bereit. Ergänzt wird die Ausstellung mit einigen Bild- und Texttafeln, die sich mit der Geschichte, dem Namen und der Handhabung dieses Haushaltsgerätes befassen.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeit des Segeums von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden.