Für erhebliche Diskussionen sorgten in der Sitzung des Geiselwinder Gemeinderates erneut Pläne des Freizeitlands. Dessen Inhaber Matthias Mölter hatte Pläne eingereicht zur Errichtung eines Fahrgeschäfts mit Namen "Booster" sowie für die Achterbahn "Taka Waka." Beide werden als Sonderbau eingestuft und sind in dem Freizeitgebiet erlaubt. Die Räte und Rätinnen hatten keine Einwände.

Letztlich vertagt wurde dagegen die Errichtung weiterer Bungalows und Ferienwohnungen sowie eines Ferienhauses im Bereich des Freizeitgebiets. Das sahen die Gemeindevertreter kritisch.

Zur Sitzung lagen Pläne zur Nutzungsänderung der Schleifmühle vor. Dort ist ein An- und Umbau zu Ferienwohnungen vorgesehen, was Bürgermeister Ernst Nickel überrascht hat, wie er sagte. "Davon wusste ich nichts." Dort sollen zusätzlich 87 Betten und 15 Stellplätze entstehen, außerdem ein neues Ferienhaus mit noch einmal 18 Betten und drei Stellplätzen.

Überrascht von den Dimensionen

Insgesamt kämen laut der Sitzungsvorlage somit weitere 173 Betten (30 Stellplätze) zu den bereits vorhandenen 18 Bungalows mit 72 Betten hinzu. Damit wäre man dann bei 245 Betten und 42 Stellplätze, die am westlichen Ortsrand geschaffen werden. Von der Dimension und Anzahl sei man überrascht worden, gab Verwaltungsleiter Wilfried Hack zu.

Was den Gemeinderat besorgte, war die Verkehrssituation. So verläuft zwischen dem Freizeitpark und dem gegenüber liegenden Ressort eine Staatsstraße, auf der auch künftig noch Tempo 70 erlaubt sein soll. Durch die "sehr hohe Zahl der möglichen Übernachtungs- und Freizeitgäste im Ressort", würden die Querungen der Staatsstraße, besonders durch Fußgänger, "wesentlich zunehmen", schätzt die Verwaltung.

Parkplätze auf anderer Straßenseite

Ein Grund ist, dass sich ein Teil der für die Ressorts erforderlichen Parkplätze jedoch auf der gegenüber liegenden nördlichen Seite befindet. Das ist nötig, weil die Flächen dazu auf der anderen Seite der Straße nicht ausreichen. "Die Urlauber parken dort und müssten mit Koffern die Staatsstraße überqueren", erläuterte es Verwaltungsleiter Wilfried Hack auf Nachfrage. Zudem müsse man berücksichtigen, dass die Straße als Umleitung der Autobahn diene. "Da sollen die Leute dann hin und her laufen", fragte sich Hack.

Die Gemeinde sieht hier einen großen Gefahrenpunkt. Eine von behördlicher Seite vorgeschlagene Lösung in Form einer Querungshilfe mit Verkehrsinsel halten Gemeinderat und Verwaltung für nicht akzeptabel, weil zu gefährlich.

Problem mit Über- oder Unterführung lösen

Das machte nicht nur Bürgermeister Ernst Nickel klar. Für den Fall, dass die Behörden eine Querungshilfe als ausreichend ansehen, möchte er keine Verantwortung übernehmen, so Nickel. Er verwies auf den Inno-Park, wo die Betreiber am Puma-Lager von sich aus eine Brücke für Fußgänger zur sicheren Überquerung der Straße bauten.

Was er davon hält, machte Ratsmitglied Alexander Schilk , von Berufswegen Busunternehmer, in der Sitzung deutlich. Die angedachte Verkehrsinsel sei "grob fahrlässig, eine Unverschämtheit, so etwas überhaupt anzubieten." Der Gemeinderat hatte bei vorherigen Sitzungen stets vorgeschlagen, das Problem mit einer Über- oder Unterführung zu lösen.

Das Gremium folgte schließlich dem Rat der Verwaltung, die Bauanträge des Freizeitlands zu den Ferienwohnungen sowie zur Nutzungsänderung der Schleifmühle zunächst einmal zurück zu stellen. Man wolle erst eine schriftliche Stellungnahme der Behörden zum Thema Überquerung der Staatsstraße. "Wir möchten eine vernünftige und möglichst sichere Lösung", so Verwaltungsleiter Hack.