Schon seit längerem gibt es Probleme mit Verschlammung in der Marktbreiter Badebucht am Main. In der Stadtratssitzung im Lagerhaus stellte Claus Schmitt vom Ingenieurbüro Wasserwerkstatt am Montagabend eine Planung für einen Umbau vor. Diese wurde auch beim Wasserwirtschaftsamt eingereicht, von dort gibt es jedoch noch keine Antwort, so dass es noch Änderungen geben kann.

Um die mangelnde Durchströmung der sichelförmigen Bucht zu verbessern, sollen am Ober- und Unterlauf vergitterte Rohre angebracht werden. Diese müssten dann "alle paar Wochen" kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass diese nicht blockiert sind. Trotzdem könne eine Verschlammung nicht komplett ausgeschlossen werden, sollte aber geringer ausfallen, so Claus Schmitt.

Bachlauf mit Wasserspielplatz

Gleichzeitig schlägt das Büro vor, die Bucht um einen künstlichen Bachlauf zu erweitern. Mit Wasser aus dem Main gespeist, das dann über mehrere Kaskaden wieder in diesen zurück fließt, würde ein Kreislauf ohne zusätzliches Wasser gebildet. Maximal drei Zentimeter tief und mit heimischen Materialien gebaut soll dies als Wasserspielplatz dienen und die Bucht aufwerten. Dabei soll zum Beispiel Kies vorhanden sein, mit dem Dämme gebaut werden können, um in Verbindung mit vorhandenen Trittsteinen den Wasserlauf zu beeinflussen. Ein Teil des Bachlaufes könnte mit einem Sonnensegel beschattet werden.

Für die Rohre an der Badebucht schätzt das Ingenieurbüro rund 46 000 Euro, für den künstlichen Bachlauf 144 000 Euro und für weitere Arbeiten am Umfeld 47 000 Euro Kosten. Allerdings beruhen diese Zahlen auf früheren Projekten und es ist unklar, ob sich Preissteigerungen im Baugewerbe auswirken, auch wenn keine knappen Materialien zum Einsatz kommen. An Unterhaltskosten sind pro Jahr rund 2500 Euro für die Reinigung und 1000 Euro Stromkosten für die Pumpe, die Wasser aus dem Main in den künstlichen Bachlauf befördert, zu erwarten.

Rund acht Wochen Bauzeit

Im Frühjahr 2022 könnte die Umsetzung erfolgen, etwa acht Wochen Bauzeit erwartet Claus Schmitt. Bis dahin wird es noch einiges, auch mit dem Wasserwirtschaftsamt, zu klären geben. Dazu gehört auch die Frage von Stadtrat Werner Hund, ob das untere Rohr nötig sei. Stadtrat Harald Damm merkte an, dass auch der Kot von Wasservögeln ein Problem darstelle und man auch hier Maßnahmen ergreifen sollte, falls dies möglich sei. Insgesamt wird das Projekt als Bereicherung für die Stadt und den benachbarten Wohnmobilstellplatz angesehen.

Zum Bebauungsplan "Ohrenberg II" in Marktbreit wurde ein geänderter Entwurf gebilligt, so dass dieser nun erneut ausgelegt werden kann. Für eine bessere Anbindung des Ohrenbergs wurde vorgeschlagen, eine Fußgängerbrücke über die Bahnlinie zu errichten. Dieser Vorschlag soll nun von der Verwaltung auf seine Machbarkeit überprüft werden.

Beim Starkregen "relativ gut" weggekommen

In Gnodstadt wurde den Energiefreunden Rossgraben und der N-Ergie genehmigt, eine Übergabestation am Gewerbegebiet Hasenpfad zu errichten. Diese ist für die Einspeisung der erzeugten Energie einer Freiflächen-Photovoltaikanlage vorgesehen. Mit einem 7:7 Unentschieden wurde hingegen der Antrag abgelehnt, ein Parkverbot in der Straße "Am Steinbruch" von der Parkbucht bis zur Straßeneinmündung einzurichten.

Bürgermeister Harald Kopp informierte, dass die Stadt beim Starkregen am Freitag "relativ gut weggekommen" sei. Das größte Problem war am Steingraben, wo eine Mauer ins Bachbett stürzte. In mehreren Stunden Arbeit musste dieses dann wieder einigermaßen freigeräumt werden. Wenige weitere Sicherungsmaßnahmen wurden durchgeführt und beim Industriegleis und an manchen Straßen gab es kleinere Probleme. Mit 16 Einsätzen und guter Zusammenarbeit zwischen Bauhof und Feuerwehr sei dies gut gemeistert worden, bedankte Kopp sich bei allen Helfern.