Auch der Mainbernheimer Stadtrat beschäftigte sich diese Woche mit dem Netzwerk jüdischer Friedhof. Dazu war Margret Löther, die Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge Kitzingen, zu Gast in der Ratssitzung und warb für das Projekt. Sie erklärte, dass bereits einige Mainbernheimer Mitglieder des Fördervereins seien und die Stadt immer wieder ihre Verbundenheit mit ähnlichen Projekten gezeigt habe. Deshalb erhoffte sie sich den Beitritt der Stadt zum Netzwerk, um die Teilnahme am LEADER-Förderverfahren stemmen zu können.

Geplant ist, am Friedhof selbst Informationen zur Geschichte und Kultur der Begräbnisstätte zu installieren, etwa in Form einer Stele. Das will die Gemeinde Rödelsee federführend übernehmen. Daneben gilt es, vorhandene Forschungen aus den einzelnen Gemeinden zusammenzuführen, Infomaterial und eine Webseite zu erstellen. Vermutlich wird es notwendig sein, eine Art Koordinator für das Netzwerk anzustellen. Margret Löther hofft, dass sich zehn Gemeinden an dem Projekt beteiligen, dann käme die Eigenbeteiligung je Gemeinde auf rund 5000 Euro, "ohne Berücksichtigung von Folgekosten", wie sie erklärte.

Bürgermeister Peter Kraus meinte, die Stadt sei dem Projekt gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen, in welcher Größenordnung man sich beteiligen könne, bleibe abzuwarten. Eine Diskussion zum Thema gab es am Abend nicht mehr. Die Räte entscheiden über eine Beteiligung der Stadt am Netzwerk zu einem späteren Zeitpunkt.

Weitere Punkte in der Sitzung waren:

Aus den Schulverbänden Mainbernheim-Rödelsee und Iphofen berichtete der Bürgermeister, dass bei sinkenden Schülerzahlen die Kosten erheblich gestiegen seien. In Mainbernheim gehen noch 108 Kinder zur Grundschule, letztes Schuljahr waren es noch 127. In der Iphöfer Mittelschule ist die Schülerzahl zwar von 278 auf 270 nur leicht gesunken, die Kosten je Schüler aber um den Faktor 1,45 gestiegen. Der Bürgermeister merkte an, dass doch genauer zu hinterfragen sei, ob alle Anschaffungen die wünschenswert sind, auch tatsächlich pädagogisch notwendig seien. Zudem macht er sich große Sorgen, was die Mittags- und Ganztagsbetreuung angeht. Hier sei das Personalproblem noch größer als das Finanzierungsproblem. Grundsätzlich hofft er aber, die Schulen als wohnortnahe Bildungseinrichtungen zu erhalten - noch ein Grund für eine zukunftsfähige Baupolitik.

Und so beschlossen die Räte in derselben Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplanes Strickenweg im beschleunigten Verfahren. Das Baugebiet wurde bereits 2017 genehmigt, nun geht es an die Detailplanung. Ausdrücklich soll hier Wohnraum geschaffen werden, deshalb wird auch die Errichtung von Mehrfamilienhäusern und Mietwohnungen möglich sein. In der Januarsitzung will das zuständige Planungsbüro Details vorlegen. Der Aufstellungsbeschluss wurde mit einer Gegenstimme getroffen.

Der Tourismusverband Steigerwald, dem die Stadt Mainbernheim angehört, ist seit Anfang November ein eingetragener Verein. Deshalb beschlossen die Räte nun, die Mitgliedschaft auch in der neuen Rechtsform weiterzuführen.

Bürgermeister Peter Kraus informierte, dass in den Weihnachtsferien die Umstellung der Beleuchtung in der Mehrzweckhalle auf LED erfolgen wird. Die Firma Logic Glas aus Marktrodach hat nach längerem Hin und Her bei Ausschreibung den Auftrag erhalten.