Sommer, Sonne, Strand und Meer – der perfekte Urlaub soll für viele vor allem eines bieten: Erholung. Endlich einmal ausschlafen, die Seele baumeln lassen und einen Tag auf der Liege verbringen.

Kläffende Hunde und fauchende Katzen passen da schwer ins Bild. Ein Grund, warum viele Tierbesitzer ohne ihre Vierbeiner in den Urlaub fahren. Damit die oft betitelten besten Freunde der Menschen nicht auf der Straße landen, übernehmen andere übergangsweise die Pflege – häufig Privatpersonen mit Zertifikat.

„Wir lieben Katzen“, erklärt Claudia Klotz ihre Motivation. Gemeinsam mit Ehemann Matthias eröffnete die 43-Jährige im April 2010 in Castell eine Katzenpension. Auf 100 Quadratmetern mit Fußbodenheizung, Aquarium mit Zierfischen, Rückzugs- und Spielmöglichkeiten können bis zu acht Katzen zeitgleich hausen. Familie Klotz wohnt ein Stockwerk über dem „Katzenhotel“, einer umgebauten Räumlichkeit von Verwandten, und kann damit intensive Betreuung gewährleisten.

„Wir sind meistens ausgebucht.“
Claudia Klotz Leiterin einer Katzenpension

Claudia Klotz ist eine von vielen Privatpersonen, die eine Betreuung für Haustiere anbieten. Die Katzenpension wird regelmäßig vom Veterinäramt geprüft, denn die Nachfrage nach gepflegten familiären Unterbringungsmöglichkeiten ist gerade in den Ferienzeiten enorm hoch.

„Wir sind meistens ausgebucht“, informiert Klotz. Die Rundumversorgung mit Futter und Pflege kostet in der Katzenpension zehn Euro pro Tag und Tier. Für die Sommerferien müssen sich die Tierhalter spätestens im Februar anmelden.

Noch früher ist der Anmeldeschluss bei Marion Salosny. Die 45-Jährige betreibt seit drei Jahren eine Hundepension in Seinsheim und ist meistens schon ein Dreivierteljahr im Voraus ausgebucht. „Zu mir kommen viele Stammkunden“, verrät Salosny, die nebenbei noch als Hundefriseurin tätig ist. Im Sommer nimmt sie bis zu sieben Hunde für bis zu 18 Euro pro Tag auf, im Winter fünf. Auch das wird vom Veterinäramt überprüft.

„Das wichtigste ist, dass die Tiere sozialverträglich sind“, erklärt Salosny. Nur in Notfällen könne sie das Freigehege teilen. Zusätzlich achte sie, wie bei der Sachkundeprüfung gelernt, auf den gesundheitlichen Zustand der Tiere. „Ansteckende Krankheiten wären verheerend“, weiß Salosny. Probleme habe es bisher nie gegeben, nur manche Vierbeiner seien die ersten Tage in der Pension etwas weinerlich gewesen.

„Für sensible Tiere ist so eine Umstellung purer Stress“, weiß Angela Drabant. Sie leitet das Tierheim Kitzingen und kennt die Angewohnheiten der Vierbeiner. Abraten würde sie von privaten Unterbringungsmöglichkeiten allerdings nicht. „Bei guter Versorgung fühlen sich die meisten Tiere schnell wieder wohl“, sagt Drabant. Wichtig sei es, sein Tier zu kennen und einschätzen zu können.

Das Tierheim bietet für zehn Euro pro Tag zwar auch Betreuungsplätze an, allerdings nur für Hunde und in kleiner Anzahl. „Wir haben geringe Kapazitäten“, so die Leiterin. Einige Plätze müssen für Fundtiere frei gehalten werden, die in der Ferien häufiger ins Tierheim gebracht werden. „Laut Schätzungen kommen jährlich 70 000 Tiere in den Sommerwochen ins Tierheim“, betont Caterina Mülhausen vom Deutschen Tierschutzbund. Manchen stünde das Haustier bei der Urlaubplanung im Weg, andere Besitzer seien womöglich einfach überfordert.

Um dem entgegenzuwirken wurde vor 19 Jahren die bundesweite Initiative „Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier“ gegründet. Ziel ist der Kontaktaustausch von Tierbesitzern aus der jeweiligen Region, die Vermittlung läuft zwischen April und September über die Service-Rufnummer (02 28) 60 49 62 7.

„Der Trend geht bundesweit zu privaten Unterbringen, sei es bei dem Nachbar oder in einer Pension“, resümiert Caterina Mülhausen. Wenn man sich rechtzeitig um eine Unterbringung kümmert, bieten die Ferien dann im besten Fall eine doppelte Erholung – für Zwei- und Vierbeiner.