Wenn es nichts zu diskutieren gibt und trotzdem diskutiert wird – da braucht es schon viel richterliche Geduld, um nicht aus der Haut zu fahren. In diesem Fall gibt es eigentlich so gar nichts zu diskutieren: Das Mofa des 16-Jährigen ist schneller als 25 Stundenkilometer gefahren. Das ist verboten. Punkt. Ende der Diskussion.

Doch ganz so einfach ist es in diesem Fall nicht. Weil die 25 scheinbar nicht in den Kopf des Angeklagten will. Erst erzählt er, „dass man sieben km/h Toleranz haben darf“. Das wisse er aus sicherer Quelle.

Viele Ausflüchte vorgetragen

Dann will er glauben machen, dass es egal sei, wie schnell ein Mofa fährt – so lange man bei der 25 bleibt. Schließlich wird noch versucht, die Mofafahrt im November vergangenen Jahres in Kitzingen herunterzuspielen, weil die entgegenkommende Polizeistreife gar keine Geschwindigkeitsmessung vorgenommen habe. Daraus folgert der Angeklagte, dass er unschuldig sei und hier im Sitzungssaal eigentlich gar nichts verloren habe.

Fakt aber ist: Der 16-Jährige hatte an jenem Tag eigenhändig einen neuen Zylinder für 140 Euro eingebaut – eben um auf mehr Geschwindigkeit zu kommen. Bei einer anschließenden Probefahrt in der Stadt war er dann prompt der Polizei aufgefallen.

Weil das mit den vielen Ausflüchten und selbst aufgestellten Theorien so gar nicht aufhören will, versuchte sich am Ende auch die Staatsanwältin als Nachhilfelehrerin und bringt es so auf den Punkt: „Auf alles, was schneller als 25 fährt, dürfen Sie sich nicht draufsetzen!“

Eine Woche Arrest

Ob das ankam, blieb offen. Zumal der 16-Jährige ein gebranntes Kind ist und sich auskennen müsste: Er hatte schon einmal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis Sozialstunden ableisten müssen.

Immerhin ist aber auch klar: Da hat einer ein Hobby, das er möglichst zum Beruf machen will. Seine Zukunft sieht er denn auch laut dem Bericht des Jugendamtes, das dem Angeklagten alles in allem ein gutes Zeugnis ausstellt, in der Kfz-Branche.

Dahin ist es aber noch ein Stück des Weges: Zunächst einmal soll der Mittelschulabschluss her. Und Strafe muss natürlich auch sein, die ungebremste Mofa-Leidenschaft wird nun erst einmal Leiden schaffen: Der Schüler verbringt demnächst eine Woche im sogenannten Freizeitarrest hinter Gittern. Zudem darf er einen Monat nicht am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen, was allem Anschein nach sogar die härtere Maßnahme für den 16-Jährigen sein dürfte.

Ob er das schafft und ob es hilft, bleibt abzuwarten. Es schien am Ende der Verhandlung nämlich nicht so, als sei er bereit, aus seinen Fehlern zu lernen. Das lässt zumindest der Schlusskommentar befürchten: „Das regt mich alles auf hier!“