Auch der Kleinlangheimer Gemeindewald litt unter den vergangenen heißen und trockenen Jahren. Auf die Auswirkungen ging in der Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend im Sportheim Dieter Rammensee von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ein, die die Kleinlangheimer Waldungen forstlich betreut. "Es ist nirgends rosig im Wald", so sein erster Kommentar, als er auf den Holzeinschlag 2020 und den Jahresbetriebsplan für 2021 einging. Etwas erfreulicher steht es nach seinen Worten um den Baumnachwuchs, was sich auch beim Waldbegang gezeigt habe, "was auch an der  anderen Art der Bejagung und der Reduzierung des Rehwildes liegt, die Abschussquote konnte erfüllt werden".

Der Forstmann informierte, dass 2020 nicht alle geplanten Maßnahmen durchgezogen werden konnten, da der Holzmarkt sehr stark unter dem extrem niedrigen Preis für das Fichtenholz aufgrund des Befalls durch den Borkenkäfer leide. Entnommen werden mussten viele dürre Kiefern, wodurch auch rund 150 Festmeter (fm) Brennholz anfielen. "Auch aus Zaunbeständen wurde Holz entnommen, und in Verjüngungen war der Einschlag dürrer Kiefern notwendig."

Im vergangenen Jahr waren Pflanzungen im Zaun geplant, "die aber wegen der Trockenheit unterblieben und für 2021 vorgesehen sind". Aus den Reihen des Ratsgremiums kam Kritik an der vermeintlich starken Entnahme von Stämmen. "Das sieht doch erschreckend aus, da ist teilweise nichts mehr drin", meinte Werner Krauß, dem auch nicht gefiel, dass die Kronen gefällter Bäume liegen bleiben, "da ist es für Brennholzselbstwerber schwer, mit dem Traktor durchzukommen". Rammensee räumte ein, dass es nach einem Harvestereinsatz meist nicht gut aussehe, "der kostet aber wesentlich weniger als händische Arbeit".

Für 2021 kündigte Rammensee die Entnahme dürrer Kiefern in den Waldabteilungen Roth, Greutern, Wutschenberg und Tannenbusch mit einer Gesamtsumme von rund 1460 fm an. Nachbesserungen sind in den Bereichen Roth und Belkers geplant, und in verschiedenen Kulturen müssen Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Die Kontrolle von Zäunungen ist nach Aussage des Forstmanns vor allem in geförderten Flächen notwendig.

In finanzieller Hinsicht steht nach dem negativen Ergebnis für 2020 ein Plus von 12 250 Euro auf dem Plan. Da für 2021 wieder ein Vegetationsgutachten ansteht, riet Rammensee dazu, den tatsächlichen Verbiss feststellen zu lassen, "denn die Naturverjüngung ist wichtig, um den Wald für kommende Jahre fit zu machen". Für die FBG-Betreuung des Kleinlangheimer Gemeindewaldes gab es lobende Worte von Bürgermeisterin Gerlinde Stier: "Der Wald ist in guten Händen". Der Jahresbetriebsplan 2021 wurde einstimmig befürwortet.