Der Mädchentraum von Weinprinzessin Doris II. ist vorüber. Am Freitagabend reichte Doris Düring die Iphöfer Prinzessinnenkrone bei einer Feierstunde im Knauf-Museum nach 384 Tagen an ihre Nachfolgerin Christina Lutz weiter.

„Viele Mädchen haben einmal davon geträumt, Prinzessin zu sein”, bestätigte Moderatorin Eva Barthelme, die es sogar bis zur Krone der Fränkischen Weinkönigin brachte. Für eine Iphöferin sei der Traum wahr geworden, für eine andere stehe seine Erfüllung unmittelbar bevor.

Den Leitfaden für die Veranstaltung borgte sich Eva Barthelme bei der derzeit laufenden Fußballweltmeisterschaft, als sie die für die Weinprobe ausgesuchten Weine ähnlich einer Nationalmannschaft aufstellte. Der erste Wein – ein Schlawiner Secco – kam als Nummer eins auch von der Nummer eins der Winzergemeinschaft, Johannes Arnold.

Dem Secco folgte eine Bilanz der Amtszeit von Doris Döring. „Ein Jahr ist vergangen, aus dem schüchternen Mädchen von damals ist eine selbstbewusste junge Frau geworden”, sagte Barthelme. Düring präsentierte als Abschiedswein eine Silvaner Spätlese des Jahrgangs 2013 aus den Steillagen des Julius-Echter-Berges.

„Die Arbeiten rund um den Wein bin ich von klein auf gewohnt.“
Christina Lutz, Neue Weinprinzessin

„An die Krone habe ich mich schnell gewöhnt“, blickte sie auf eine eindrucksvolle Amtszeit zurück, in der sie viel erleben und fürs Leben lernen durfte. „Viel zu schnell ist es vergangen“, räumte sie ein und sagte, dass sie gerne noch ein Jahr drangehängt hätte. In einer Bilderschau mit Stationen ihrer Tätigkeit läutete sie eine Dankesrunde ein mit Familie und „Mama als Dirndlzumacherin“ im Mittelpunkt.

„Anders als früher kommt eine riesige Gemeinde zusammen“, erinnerte sich stellvertretende Landrätin Doris Paul an ihre eigene Zeit, als sie für Wiesenbronn die Weinprinzessinnenkrone trug und später als fränkische Weinkönigin (1988/89) die Werbetrommel rührte.

Von einem angenehmen Jahr sprach Bürgermeister Josef Mend und hob hervor, dass Doris II. sich als fantastische Botschafterin für ihre Heimatstadt erwiesen habe. Seine Anmerkung, die letzte fränkische Weinkönigin habe es in Iphofen 1969 (Christa Horn) gegeben, ließ seinen Wunsch erkennen, dass Doris Düring sich um die Frankenkrone bewerben könnte. Im Gespräch mit dieser Zeitung winkte diese jedoch mit Hinweis auf den enormen Aufwand an Freizeit ab.

Der Wechsel der Krone auf dem eigens aus dem Rathaus herangeschafften Bürgermeisterstuhl ging mit dem Glockenschlag um 21 Uhr blitzschnell über die Bühne. Nachfolgerin Christina Lutz nannte das Amt der Weinprinzessin als geheimen Wunsch jeder Winzertochter.

Die 20-Jährige arbeitet als pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) in einer Würzburger Apotheke und spielt im Feuerwehrmusikzug Trompete. „Die Arbeiten rund um den Wein bin ich von klein auf gewohnt, auch das Abschmecken“, ließ Christina Lutz ihre fundierten Weinkenntnisse durchblicken.

Dank ihrer besonderen Vorliebe ließ sie als Krönungswein eine Scheurebe 2013 kredenzen. Bürgermeister Mend gratulierte namens der Bürgerschaft und versicherte im Plauderton, Christina Lutz sei der Grund für eine abermalige Kandidatur als Bürgermeister gewesen. Nun freue er sich mit der neuen Weinhoheit auf die Eröffnung des Winzerfestes.