„Eine sehr gute Sache.“
Josef Wächter Umweltreferent des Kreistags

Fällt das Wort Umweltstation, verbinden das in Kitzingen viele mit Sommerhausen und dem Wildpark. Das Projekt im Landkreis Würzburg ist aber nur eine von vielen Varianten. In Bayern gibt es derzeit 53 staatlich anerkannte Umweltstationen, sieben davon in Unterfranken. Wenn es nach dem Umweltausschuss des Kitzinger Kreistags geht, könnten es bald acht sein. Eine davon im Landkreis Kitzingen.

Es gibt was zu tun

Die ersten Weichen für diese staatlich geförderte Form der außerschulischen Umweltbildung hat der Umweltausschuss des Kreistags gestellt. „Auch wenn bei uns jeder weiß, dass die Kühe nicht lila sind“, sagte Landrätin Tamara Bischof. Es gebe im Landkreis Potenzial, die Umweltbildung und und das Gespür für Nachhaltigkeit zu verbessern. Der Ausschuss hat sich einstimmig und mit dem Segen des Umweltreferenten Josef Wächter (CSU) – „eine sehr gute Sache“ zu dem Ziel bekannt, die Einrichtung einer anerkannten Umweltstation zu prüfen. Außerdem sollen möglichst viele regionale Akteure mit ins Boot geholt werden.

Noch ist fast alles offen

Wie die Umweltstation einmal aussieht, wer sie betreibt, welchen Inhalten sie sich widmet – alles ist derzeit noch offen. Wie Abteilungsleiter Matthias Will sagte, befasst sich eine Abteilungsübergreifende Steuerungsgruppe unter der Leitung von Landrätin Tamara Bischof seit Monaten mit dem Thema. Die Bestandsaufnahme habe gezeigt, dass es im Kreis viele Angebote im Bereich Umweltbildung gebe. Die könnten aber besser vernetzt und optimiert werden. Ideen gebe es bereits. Aber, so Will: „Der Blick von außen muss noch dazu kommen.“ Ein Fachbüro soll helfen, ein Konzept für eine Umweltstation zu entwickeln. Das soll den Freistaat überzeugen und zur staatlichen Anerkennung und Förderung führen Vorher soll die Europäische Union über die Leader-Förderung mit ins Boot geholt werden soll.

Der Blick von außen

Auch wenn der Blick von außen mit 50 000 Euro nicht ganz billig ist, die Idee fand nicht nur Wächter „sehr gut“. Die Weichenstellung fiel einstimmig aus.

Wohin die Reise geht, ist offen. Die 53 in Bayern vorhandenen Umweltstationen befassen sich mit völlig unterschiedlichen Themen. Sie werden den verschiedensten öffentlichen und privaten Institutionen betrieben. Das können Kommunen oder Umweltverbände wie dem Landesbund für Vogelschutz sein, aber auch Volkshochschulen, Kreisjugendringe, Schullandheime, Kirchen oder Klöster.

Flächendeckendes Netz

Ziel des Freistaats ist es, „ein räumlich ausgewogenes, flächendeckendes Netz von Umweltstationen zu errichten, zu betreiben und zu stabilisieren und damit nachhaltig eine wohnortnahe Umweltbildung/Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE) in Bayern zu ermöglichen“. So steht es auf der Internetseite des Innenministeriums. Das lässt sich der Bayern 2,1 Millionen jährlich kosten. Der Landkreis hat sich auf den Weg gemacht, dieses Netz ein bisschen enger zu knüpfen.