Seit einem Jahr gibt es die Begegnungsstätte Wegweiser in der Kitzinger Siedlung. Sie hat sich zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Anwohner im Notwohngebiet entwickelt. Vor Kurzem haben Besucher und ehrenamtliche Helfer gemeinsam ein Fest in der Egerländer Straße gefeiert.

Luftballons trugen anlässlich des Geburtstags Wünsche der Besucher in den Himmel. Kein Luxusauto, keine Weltreise stand auf den Karten, sondern „eine neue Wohnung für mich und meinen Hund“, „hundert Euro mehr“ oder ein Lottogewinn waren die ersehnten Dinge, die das Leben leichter machen sollen. Bürgermeister Klaus Heisel lobte die ehrenamtliche Arbeit, die seit einem Jahr geleistet werde, sowie die Ausdauer, die dafür nötig sei.

Dank an die Spender

Andrea Schmidt, Stadträtin aus der Siedlung und Begründerin der Begegnungsstätte, bedankte sich bei den Spendern – Firmen, Vereine und Privatleuten – für das Vertrauen, das sie dem Wegweiser-Team entgegen brachten. Dadurch sei es möglich, Familien und Singles da zu helfen, wo es am meisten klemme.

„Durch eine größere Geldspende von einer Firma konnten wir zum Beispiel für eine Familie die Kaution für eine Wohnung übernehmen“, erzählt die Stadträtin später. „Ohne diese Hilfe hätte sich die Familie das nicht leisten können.“ Einen Dank richtete Andrea Schmidt an die vielen Helfer, die das Projekt auf den Weg gebracht haben und am Laufen halten. Auch ein „Notwohner“ hielt eine Rede und lobte das Angebot.

„Geburtshelferin“ für das Begegnungscafé sei Anna Kößling gewesen, die Anfang des Jahres gestorben ist. Sie habe sich sehr dafür eingesetzt, dass die Begegnungsstätte in der Siedlung entsteht, direkt bei den Menschen, die Hilfe brauchen, sagte Andrea Schmidt. Die Stadt habe Geld für die Sanierung des jahrelang leer stehenden Caféstübles zur Verfügung gestellt.

„Die Begegnungsstätte ist wichtig. Sie schafft Kontakte, die vorher nicht da waren“, erzählt ein Besucher, der gerne in den Wegweiser kommt. Der Treff helfe, Spannungen abzubauen. Dass diese Hilfe ankommt, belegen auch die Zahlen: Bis zu 40 Besucher an den Öffnungstagen, dazu fast ein Dauerbetrieb der Dusche und der Waschmaschine in dieser Zeit. Denn in etwa der Hälfte der Wohnungen im Notwohngebiet gibt es keine Dusche. Das Wegweiser-Team leistete im vergangenen Jahr rund 1000 ehrenamtliche Stunden.

Sozialpädagogin Hedwig Schanz unterstützt die Helfer seit einigen Monaten in Teilzeit. Sie ist beim St. Vinzenz-Verein unter dem Dach des Caritas-Kreisverbandes angestellt. Geöffnet hat der Wegweiser montags, mittwochs und freitags am Mittag. „Schön wäre, wenn wir jeden Tag offen hätten“, meinte Andrea Schmidt. Vielleicht finden sich ja noch weitere Helfer.