Aufbruchstimmung im Notwohngebiet in der Egerländer Straße: Das seit Jahren leer stehenden Caféstüble ist umgebaut und saniert worden. Die Begegnungsstätte mit Dusch- und Waschmöglichkeit heißt jetzt Wegweiser. Sie soll den Bewohnern als Treffpunkt dienen und Hilfsangebote machen. Jetzt ist sie eingeweiht worden.

„In der Siedlung beginnt jetzt eine neue Ära.“ Große Worte fand Dennis-Frank Häuser als Sprecher der Bewohner bei der Einweihung am Freitag. Er drückte damit die Hoffnung aus, dass durch die Angebote im Treff manche Bewohner den Weg aus ihrer schwierigen Situation finden werden.

„Wenn Menschen unten ankommen, hat ihnen manchmal ein Hinweis auf den wichtigen Weg gefehlt“, sagte Andrea Schmidt. Die ehemalige Referentin für die soziale Stadt, die die Anlaufstelle auf den Weg gebracht hatte, erklärte damit den neuen Namen Wegweiser. Wegweiser sein, das sei die Aufgabe, die die Ehrenamtlichen für die Bewohner in der Wohnung im Erdgeschoss des Hauses mit der Nummer 22 übernehmen wollen.

„Das war eine Komplettsanierung.“
Siegfried Müller Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Siegfried Müller ging auf die Geschichte ein. Der Treff war in einer Bürgerversammlung angeregt worden, lag aber länger auf Eis, weil sich kein Verantwortlicher fand. Andrea Schmidt hatte sich Ende 2015 bereit erklärt, die Verantwortung für den Betrieb des Treffpunktes in der Kitzinger Problemzone zu übernehmen. Mit dabei der St. Vinzenz-Verein, der Verein Sonnenblume aus der Siedlung und eine ganze Reihe von Ehrenamtlichen.

Danach war die Stadt mit im Boot. Der Stadtrat stellte 30 000 Euro für den Umbau und die Renovierung der seit acht Jahren nach der Auflösung des ehemaligen Bewohnervereins leer stehenden Wohnung bereit. „Das war eine Komplettsanierung“, sagte der OB. Die groben Vorarbeiten nach einem kapitalen Wasserschaden hat der städtische Bauhof übernommen. Dann waren die Handwerker dran. Am 23. März war fast alles fertig. Die Küche, der große Vorraum und das Bad, das mit Toilette, Dusche und einer Waschmaschine ausgestattet ist. Wichtige Einrichtungen, die in manchen Notwohnungen nicht vorhanden sind und jetzt von den Bewohnern nach Absprache genutzt werden können.

Wie Andrea Schmidt betonte, war vieles nur möglich, weil sich nicht nur die Stadt großzügig zeigte, sondern auch viele Spender mit dabei waren, Firmen, aber auch Siedler, die was tun wollen.

Mit deren Hilfe war der Wegweiser komplett ausgestattet. Der Einweihung stand nichts mehr im Weg. Dabei übernahmen die Kinder vom Kindergarten St. Vinzenz den musikalischen Teil. Den Segen erbaten die Pfarrer Gerhard Spöckl und Norbert Schlinke, die sich bei den Ehrenamtlichen für die Bereitschaft bedankten, füreinander einzustehen.

Am Ende gab es nicht nur ein Kuchenbuffet, sondern auch ein neues Gebäck für die Siedlung. Anna Kößling, die älteste ehrenamtliche Helferin, hatte zur Einweihung ein Gebäck aus ihre Jugendzeit aufleben lassen: Der erste Siedlerspitz ging an den Oberbürgermeister.

Damit kann der Wegweiser seine Arbeit aufnehmen. Konkret wird zunächst am Mittwoch von 14 bis 17 Uhr geöffnet sei. Weitere Öffnungszeiten am Freitagabend sind angedacht. Genau wie Zeiten, in denen die Bewohner Bad und Waschmaschine nutzen können.

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