Trotz Corona und mancher Warnung wurde am letzten September-Wochenende in Wiesentheid Kirchweih gefeiert. Anders als sonst, ohne Tanz und Bürgeraufzug, ohne Rummelplatz, dafür mit vielen kleinen Angeboten und im Ortskern, war das Ganze geplant. Das Karussell drehte sich am Marienplatz, was die Kinder freute.

Allerdings trübte das teils bescheidene Wetter die Stimmung. Vor allem die im Freien stattfindenden Veranstaltungen hatten unter der kühlen und feuchten Witterung zu leiden. Der Samstag fiel nahezu komplett ins Wasser, am Sonntag spielte das Wetter einigermaßen mit. Beinahe bezeichnend war der Abschluss der fünf Kirchweih-Tage. Als die beiden Trompeter, Wolfgang Lurati und Winfried Berthold, am Dienstagabend vom Turm der Mauritiuskirche auf ihren Trompeten gemeinsam drei Stücke spielten, nieselte es leicht.

Kirchweih war ein Erfolg

Das nahmen die Verantwortlichen eher sportlich. Eine coronabedingte Absage weit im Vorfeld habe man vermeiden wollen, sagte Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler. "Wir haben etwas gemacht, was viele nicht gewagt haben. Unter den Umständen und Möglichkeiten, die wir hatten, war es ein Erfolg", fand er.

Auch Tourismusreferentin Laura Kreßmann, zusammen mit Josef Laudenbach für die Organisation des Wochenendes zuständig, zog ein zufriedenes Fazit. "Das Wetter war natürlich schade, den Umständen entsprechend ist es gut gelaufen. Natürlich wäre noch Luft nach oben gewesen bei den Veranstaltungen. Wir haben den Leuten die Möglichkeit gegeben, raus zu kommen und ein bisschen was zu erleben", fasste sie zusammen. Einiges an Mehrarbeit, sei im Vorfeld erforderlich gewesen, um den Vorschriften der Behörden gerade beim Punkt Hygiene gerecht zu werden und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen.

Bunt gemischtes Programm

Ein bunt gemischtes Programm war geboten mit Ausstellung, Führungen, Kabarett, einer Zaubershow für Kinder, aber auch Musik im Kirchweih-Biergarten hinter dem Rathaus. Bei den Veranstaltungen im Freien blieb der Zuspruch jedoch überschaubar. Der wohl größte Andrang herrschte beim Tag der offenen Tür im gerade frisch eröffneten Schafhof, dem neuen Ort für Kultur und Veranstaltungen.

Ganz auf die Tradition mochten viele Wiesentheider auch in Corona-Zeiten nicht verzichten. So sah man am Dienstag, der eigentlich der Bürgerwehr vorbehalten ist, tagsüber immer wieder Männer in Frack und Zylinder im Ortskern und den Gaststätten. Ein bisschen Kirchweih geht eben scheinbar immer. "Die Leute waren recht kreativ. Wir hoffen, dass es natürlich nächstes Jahr wieder eine normale Kirchweih wird", meinte Bürgermeister Köhler.