"Von Kitzingern für Kitzinger" – so lässt sich laut Bürgermeisterin Astrid Glos die ökumenische Initiative "Kindern ein Lächeln schenken" zusammenfassen. Seit Ende 2019 werden bedürftige Kindern mit Sachspenden unterstützt. So kommt es, dass die Initiative bisher vor allem Kleider, Schulsachen oder Kindersitze bezahlt hat. Kleinigkeiten, die für zahlreiche Familien in Kitzingen aber viel bedeuten. "In ganz Kitzingen", wie der katholische Pfarrer Gerhard Spöckl betont. "Die Bedürftigen wohnen in der ganzen Stadt". Spöckl ist mit Glos Sprecher der Gruppe.

Ziel war von Anfang an, dass die Hilfe niederschwellig angeboten wird. Das heißt, dass Eltern sich an Erzieher oder Lehrer wenden, die wiederum Kontakt zu Spöckl oder Glos suchen. Doch auch die Kitzinger Tafel und die städtische Jugendarbeit "Jungstil" fragten bei der Initiative nach. "Wichtig ist, dass es eine Vertrauensbasis gibt", erklären Glos und Spöckl unisono. Die Familien könnten sich auch direkt an die Ansprechpartner wenden, aber die Hemmschwelle sei groß. Denn: "Niemand ist gerne bedürftig", erklärt Spöckl. 

Schnelle und unkomplizierte Hilfe

Über 20 Kinder hat die Initiative bisher unterstützt. "Schnell und unkompliziert", betont Glos. Und immer dann, wenn es keinen anderen Topf gibt, aus dem geholfen werden kann. Das ist ihr besonders wichtig. Einem Schüler hat die Initiative im ersten Lockdown ein Laptop finanziert. Eigentlich Aufgabe der Schule und eigentlich eine Sache, die nicht von "Kindern ein Lächeln schenken" unterstützt wird. Aber: "Wir wollten nicht, dass der Schüler weiter abgehängt wird", erklärt Glos.

Die Schule konnte nicht schnell genug ein Leihgerät organisieren und so ist die Initiative eingesprungen – pragmatisch und unbürokratisch. Genauso stellen sich Glos und Spöckl die Hilfe für die Kinder vor. "Es geht nicht nur ums Geld, sondern darum, einen Blick füreinander zu haben", erklärt der Pfarrer. "Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, wollen wir wieder in die Mitte bringen", ergänzt Glos ihre Motivation. 

Beiden ist klar, dass solch schnelle Hilfe nur funktionieren kann, wenn alle Kitzinger Institutionen gut miteinander vernetzt sind. Doch Corona hat dem Netzwerk-Aufbau einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Wir sind da in den Schlafmodus gegangen", gibt Spöckl zu. Das soll sich jetzt wieder ändern. Denn noch ist die Hilfe von der Kitzinger Initiative nicht allen bekannt. Es könnte noch viel mehr Buben und Mädchen geholfen werden, sind die Initiatoren überzeugt. Gerade Kitzinger Firmen und Privatleute spenden, da das Geld Kitzingern zu Gute kommt und auch in der Großen Kreisstadt ausgeben wird.

Corona-Versäumnisse und Musikunterricht

Wie viel Geld auf dem Konto liegt, will Astrid Glos nicht verraten, um keine Begehrlichkeiten zu wecken. "Aber es ist genügend Geld für weitere Projekte da", sagt sie lachend. Sie rechnet damit, dass mit dem neuen Schuljahr, die Frage nach Hilfe steigen wird. Zum einem sind da die langen Material-Listen, aber auch  Corona-Wissenslücken müssen gestopft werden.

"Wir rechnen damit, dass wir im Herbst auch Nachhilfe bezahlen werden", sagt Glos. Wie immer soll das schnell und unbürokratisch laufen. Und wenn alle Corona-Versäumnisse aufgeholt sind, erfüllt sich vielleicht Pfarrer Spöckls großer Wunsch: einem talentierten Kind den Musikunterricht zu finanzieren. Denn auch mit Musik kann man Kindern ein Lächeln schenken.