Lange Zeit galten sie in unseren Breiten als ausgestorben, waren sie doch für den Menschen nicht so effektiv nutzbar wie die verbreiteten Hausrindrassen. Der Wasserbüffel war einst das am weistesten verbreitete Huftier, bevor er ausgerottet wurde, vor allem durch Trockenlegung von Sumpfgebieten und Begradigung von Flüssen.

Wer allerdings im Urlaub nach Asien oder Südamerika fährt, kann diese Rasse dort häufig antreffen. Besonders als Arbeitstier in den Reisfeldern Asiens ist der Wasserbüffel eingesetzt Es gibt aber auch noch wilde Herden in südamerikanischen Wildreservaten.

Seit einiger Zeit gibt es auch wieder Wasserbüffel in unserer Gegend. In Grünsfeld züchtet Pascal Schaaf diese Rasse sehr erfolgreich. 2007 hatte ein befreundeter Viehgroßhändler einige Tiere aus Ungarn mitgebracht und dann keine Verwendung mehr für sie. Er fragte Schaaf, ob er die Tiere nicht übernehmen könnte. Der überlegte nicht lange, gab es doch noch genügend Weideland, das schwer erreichbar ist und so für eine industrielle Nutzung wertlos scheint. Diese Gebiete sind ideal für die Wasserbüffel, vor allem wenn sie auch noch leicht sumpfig oder in der Nähe von Wasserläufen sind.

Auf mittlerweile zwölf Tiere ist seine Herde angewachsen, wobei die nächsten Wochen Zuwachs bringen werden, denn vier Kühe sind trächtig. Das Sagen in der Herde hat nicht etwa der Stier, wie man vermuten könnte, sondern die Leitkuh. Sie gibt den Ton an und stellt den Mann in der Herde auch schon mal „in den Senkel“, wenn er zu aufdringlich wird.

„Wasserbüffel sind Kulturpfleger“, beschreibt Schaaf den größten Nutzen der Tierart für uns Menschen. Er ist stolz auf seine Herde und darauf, dass sie bereits im zweiten Jahr ein Sommerlager im Insinger Ried in Wittighausen aufgeschlagen hat. Dort gibt es ideale Voraussetzungen, sind doch wässerige Böden mit Tümpeln und genug Weideland vorhanden.

Den Kontakt hat Bürgermeister Marcus Wessels gesucht, der in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim einen Modellversuch starten wollte. Die Pflege der Wiesen sei für die Bauhofmitarbeiter fast nicht zu stemmen gewesen, die Tiere erledigen die Arbeit auf natürliche Weise und vor allem Boden schonend. In mehreren Etappen weiden sie die Flächen am Ried ab und erstmals gibt es sogar noch eine Erweiterungsfläche bachabwärts, die von einem einheimischen Landwirt zur Verfügung gestellt wird. „Im letzten Jahr haben sie die Schilfbestände fast auf ein Minimum reduziert, wir hatten schon Angst sie seien zerstört. Doch in diesem Jahr erblühen sie in neuer Stärke. Ein Zeichen wie positiv sich die Beweidung der Tiere in unserem Gebiet auswirkt“, sagt Wessels.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei sehr groß und die Tiere hätten sich zu einem echten Besuchermagneten entwickelt. Vor allem an Wochenenden sehe man Scharen von Besuchern, die einen Blick auf die archaisch wirkenden Tiere werfen möchten. Im Herbst werden die Wasserbüffel wieder auf ihre angestammten Wiesen in Grünsfeld umziehen, dann sind die Sommerferien vorbei. Schaaf ist jedoch immer auf der Suche nach neuen Weidegründen, weshalb sich Interessenten gerne an ihn wenden können.

Wasserbüffel

Ein beeindruckendes Weidetier ist der Wasserbüffel (Bubalis bubalis) mit seinen geschwungenen Hörnern, seiner robusten kräftigen Gestalt, seinem charakterstarkem Wesen und seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Abstammend vom asiatischen Wasserbüffel wird er heute, je nach Region, als Arbeitstier sowie zur Fleisch- und Milchproduktion genutzt. Seine Verbreitungsschwerpunkte liegen in vielen Ländern Asiens, in Südamerika sowie in Süd- und Südosteuropa. Seit einiger Zeit wird er auch in Regionen der USA sowie in Teilen West- und Mitteleuropas gehalten.

Bereits seit dem 6. bis 12. Jahrhundert n. Chr. wird der Wasserbüffel auf dem Balkan, in Ungarn und Italien gehalten. Aus Italien ist er vor allem für die ursprüngliche Produktion von Mozzarella bekannt. Die Herstellung von Mozzarella di buffalo ist besonders verbreitet in der Gegend um die Hafenstadt Neapel. Mae