Der Wasserbeschaffungsverband Albertshofen (WBV) wählte in seiner Verbandsversammlung in der Gartenlandhalle seine Vorstandsmitglieder neu, ehrte langjährig Tätige und verabschiedete die Haushalte 2021 und 2022.

Unter der Wahlleitung von Bürgermeister Horst Reuther wurden Erich Wenkheimer als Vorsitzender, Frank Sattes als Stellvertreter sowie Katharina Heilmann und Lorenz Hofmann als Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Achim Gernert rückte in das Gremium nach, nachdem Reinhard Kahl nach 25 Jahren nicht mehr kandidierte. Er wurde von Sattes ebenso geehrt wie Katja Kraus, die im Büro des WBV seit 25 Jahren zuverlässig tätig ist.

Die Jahresrechnungen 2019 und 2020 bilanzierten erfolgreiche Geschäftsjahre, so dass die Versammlung die Jahresüberschüsse in die Rückstellungen übertrug.

Wasserverbrauch ist angestiegen

Die ordentlichen Haushalte gehen von Einnahmen durch Gebühren von 460 000 Euro (2022: 465 000 Euro) aus. Aus dem ordentlichen Haushalt werden 77 500 Euro (77 900 Euro) in den außerordentlichen Haushalt zur Darlehenstilgung überwiesen. Der Gesamthaushalt wurde mit 557 500 Euro (562 900 Euro) beschlossen.

An der Versammlung nahmen rund 50 der 772 Verbandsmitglieder teil. Aus dem Bericht des Vorsitzenden Erich Wenkheimer ergab sich, dass der Wasserverbrauch von 1 171 167 Kubikmetern (2019) auf 1 220 581 Kubikmeter (2020) anstieg. Dabei blieben die Verbräuche für die Leitungen 1 (Trinkwasser) und 5 (Gartenwasser) weitgehend stabil. Nur Leitung 2 (Feldberegnung) verzeichnete einen deutlichen Mehrverbrauch.

Wenkheimer berichtete aus Aufzeichnungen, dass die Durchschnittstemperatur aus der Periode 1990 bis 1999 in der Periode 2011 bis 2020 um 1,3 Grad auf 10,8 Grad anstieg. In dieser Zeit stieg der Niederschlag um 78 Liter/Quadratmeter auf 566 Liter/Quadratmeter bei einem Anstieg der Sonnenstunden um 388 Stunden auf 1826 Stunden.

Nitratgehalt ist gesunken

Zur Wasserqualität betonte Wenkheimer, dass der Nitratgehalt nach einem Wert von 49 Milligramm/Liter in den 90er Jahren dank fachgerechter Verwendung von Stickstoffdünger sowie verstärktem Zwischenfruchtanbau auf nunmehr 19,6 Milligramm/Liter gesunken ist.

Sorge bereitet ihm die Umgestaltung der Brauchwasserverordnung, da das erste beim Wasserwirtschaftsamt vorgelegte Konzept wegen ausschließlicher Grundwasserentnahme abgelehnt wurde. Die geforderte zweite Variante wäre ein Entnahmebauwerk für Mainwasser mit Bau von Speicherbecken, das bei Realisierung mit Kosten um 20 Millionen Euro den Rahmen der Möglichkeiten im WBV bei weitem übersteigen würde.

Etliche Rohrbrüche waren zu verzeichnen

Als neue Variante stellte Wenkheimer die Nutzung vorhandener Sand- und Kiesgruben sowie des Birkensees mit Pumpstationen vor, dazu eine Sickerleitung am Main zur Erschließung von Uferfiltrat. Schließlich könne auch das Abwasser der örtlichen Kläranlage genutzt werden, für die allerdings dann wegen der geforderten Wasserqualität eine vierte Klärstufe Voraussetzung wäre. Die vorhandenen Brunnen Rodenbach 1 und 5 haben in der Förderleistung deutlich nachgelassen.

Zur Verbesserung ihrer Möglichkeiten will der WBV dem geplanten Landesverband der Wasser- und Bodenverbände Bayern beitreten, um beim Austausch untereinander profitieren zu können. Im Berichtszeitraum waren etliche Rohrbrüche zu beseitigen, die sich auf die Ausgabenseite der Jahresrechnungen niederschlugen. Immerhin, so Wenkheimer, brachte der deutlich höhere Niederschlag 2021 mit bislang rund 30 000 Euro deutlich geringere Stromkosten mit sich.