Zu vielen Menschen fehle das Bewusstsein zum angemessenen Umgang mit Wasser. Damit eröffnete Landrätin Tamara Bischof den Kitzinger Wasseraktionstag, den die Koordinierungsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unter dem Leitwort Mainwasser – Deinwasser – Unserwasser eingerichtet hatte. Mit verschiedenen Aktionen wurde auf das Thema Wasser aufmerksam gemacht.

Im Innenhof des Landratsamtes stellte Bischof den Stand der Fernwasserversorgung Franken vor, an dem Leitungswasser angereichert mit verschiedenen Geschmacksrichtungen ausgeschenkt wurde. Mit dem Genuss von Leitungswasser spare man sich Wasserschleppen, betonte Bischof.

Wasser sei ein äußerst wichtiges Thema, die derzeit herrschende Trockenheit werde in jedem Garten sichtbar, die Landwirtschaft ächze und die Anträge auf Erlaubnis von Wasserentnahmen aus dem Main stiegen beim Landratsamt an. Das Wasserwirtschaftsamt werde aber auch bei Genehmigungen sein Veto einlegen. Wenn der Pegel des Mains in Trunstadt unter 1,5 Metern absinkt, dann gebe es keine Entnahme mehr, versicherte die Landrätin.

Die Natur brauche das Wasser notwendig, doch es sei auch in den nächsten Tagen kein Regen in Sicht. Tamara Bischof rief zum sparsamen Umgang mit Wasser auf, denn ohne Wasser könne kein Mensch, kein Tier und keine Pflanze überleben. Viele vergäßen, dass es nicht einfach aus dem Wasserhahn komme.

Der Trockenheit stünden immer wieder Starkregenereignisse gegenüber, für die Vorsorgemaßnahmen zu treffen seien. Früher habe es entlang der Flüsse Wiesen gegeben, die Regenwasser zurück hielten. Sie seien zu Äckern umgenutzt worden, das bereite Probleme bei Starkregen. Würde der Main nicht aus der Donau gespeist, hätte er längst Niedrigwasser, die Staustufen verlangsamten das Abfließen deutlich.

Wasserknappheit betrifft auch den Fischereiverband. Er betreue 12.000 Mitglieder, darunter 11.000 Angelfischer, der Rest seien Berufs-, Teich- und Jugendfischer, erklärte Vizepräsident Joachim Alka. Bezirksjugendleiter Erwin Glawion beklagte kurzfristige Probleme mit dem Kormoran, langfristig aber mit dem Klima. Der Fischotter schade zudem den Teichwirten. Mit steigender Tendenz gebe es immer mehr Angler, die Zahl der Gewässer sei jedoch gleichbleibend.

Hinzu komme der Wassermangel in der gesamten Region zwischen Hassfurt, Aschaffenburg und Würzburg bis in die obere Rhön. Dadurch werde manche Fischart aussterben. Wärmeres Wasser bedeutet mehr Verdunstung, begünstigt durch den Biber, der Wasser staut und so die Verdunstungsoberfläche vergrößert. Dem Main fehlen inzwischen 50 Zentimeter eigenes Wasser.

Das Papiertheater Gabriele Brunsch nahm mit Flussgeschichten am Aktionstag teil, auf dem Markt gab es als Kunstinstallation ein Wassercafé des Ensembles Kroft.