Das Wasser war das bestimmende Element in der Sitzung des Wiesenbronner Gemeinderats am Dienstagabend in der Sporthalle. Die Hochwasserschutzbecken in der Wiesenbronner Gemarkung, der Anschluss des Wiesenbronner Abwassers an die Kitzinger Kläranlage via Großlangheim und die Bedarfsplanung für die Wiesenbronner Kanalisation waren die Hauptthemen.

Hans-Ulrich Hoßfeld vom Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer nahm dazu Stellung. Bürgermeister Volkhard Warmdt erinnerte an die Begehung der Hochwasserschutzbecken und die Forderung zu deren Nachbesserung durch das Wasserwirtschaftsamt (WWA), sowie an die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzepts durch den Dorfschätzeverbund. Dass der Kitzinger Oberbürgermeister Stefan Güntner laut Zeitungsnotiz vom Anschluss Wiesenbronns an die Kitzinger Kläranlage nichts wisse, nahm Warmdt gelassen: "Auch ein Kitzinger OB kann nicht alles wissen".

Becken am Dürrbach wurde inzwischen geputzt

Hoßfeld zeigte Bilder von den Becken in der Flurlage "Dürrbach" westlich des Dorfes – "die dürfen nicht zuwachsen" – und vom Becken im Waldbereich "Wiesbach". Das habe eine zentrale und wichtige Bedeutung für den Hochwasserschutz des Dorfes. Zusätzlich sei man auf der Suche nach einem weiteren Becken südlich der Ortschaft mit einem Fassungsvermögen von 500 bis 1000 Kubik. Bei der Begehung mit Vertretern des WWA im Oktober 2020 sei das Problem des Bewuchses des Wiesbachbeckens angesprochen worden, dessen Damm inzwischen gerodet wurde, wie das Bild zeigte. Auf dem Damm müsste noch eine kontrollierende Überlaufscharte eingerichtet werden, schlug Hoßfeld vor. Das Becken am Dürrbach wurde inzwischen geputzt und das Pflaster frei gelegt, teilte er mit.

Zum weiteren Vorgehen machte er auf fehlende Pläne aufmerksam. Notwendig werde nun eine Baugrunduntersuchung, die Vermessung und die Sanierungsplanung. Da man in das Dorfschätzekonzept eingebunden sei, müsse die Fördersituation überprüft werden. Bei der Diskussion im Rat ging es auch um Möglichkeiten, die Sanierung der Wiesenbronner Staubecken unabhängig vom Dorfschätzekonzept in die Wege leiten zu können und entsprechende Förderung zu bekommen. Bürgermeister Warmdt konnte sich das nicht vorstellen: "Ich werde versuchen, unsere Maßnahmen über das Dorfschätzekonzept anzuschieben". Das sollte neu überdacht werden, regte Jan von Wietersheim an. Planer Hoßfeld machte darauf aufmerksam, dass einzelne Maßnahmen durchgeführt werden müssen.

Studie hatte 2019 ergeben, dass der Anschluss an Kitzingen die wirtschaftlichste Variante ist

Zum Werdegang des Anschlusses des Wiesenbronner Abwassers an die Kitzinger Kläranlage ging der Bürgermeister auf die im November 2018 vom Gemeinderat in die Wege geleitete Studie zum Neubau einer Kläranlage oder den Anschluss an Kitzingen ein. Im August 2019 habe die Studie ergeben, dass der Kitzinger Anschluss zusammen mit Großlangheim die wirtschaftlichste Variante sei. Da Großlangheim aber den Kanal aus Wiesenbronn am Südrand von Großlangheim ablehnte, gab es ab Mai 2020 Gespräche, eine Vereinbarung zwischen den beiden Gemeinden und im September 2020 die Ergänzung der Studie mit einer alternativen Trasse aus Wiesenbronn.

Notwendig würden nun Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern entlang dieser Trasse auf Wiesenbronner, Kleinlangheimer und Großlangheimer Gemarkung, Vermessungen entlang der Trasse und der vorgesehenen Pumpstation, Baugrunduntersuchungen, Verhandlungen mit Kitzingen über die Anschlusskonditionen und die vertragliche Abstimmung zwischen Wiesenbronn und Großlangheim. "Wir werden jetzt in Ruhe ausschreiben und planen", kündigte Hoßfeld an.