Das Langhaus am Schulgelände in Buchbrunn ist in die Jahre gekommen. Nachdem der Gemeinderat 2007 die Nachbildung eines steinzeitlichen Langhauses beschlossen hatte, langten viele Helfer zu und errichteten in eineinhalbjähriger Bauzeit aus Holz, Lehm, Stroh, Weiden und Seilen ein Langhaus nach den Grundlagen, die 2001/2002 bei der Ausgrabung der rund 7000 Jahre alten steinzeitlichen Siedlung gefunden worden waren.

Die Eindeckung mit Reet (Schilf) übernahm ein eigens aus Norddeich angereistes Dachdeckerbrüderpaar. Das Dach blieb zu etwa der Hälfte offen, um die Dachkonstruktion besser erkennen zu können. Der Innenraum des Hauses wurde früheren Techniken folgend ausschließlich aus Baumstämmen gestaltet, die Wände aufwändig aus Weidenruten geflochten und dann mit Lehm verputzt.

Mit der Zeit entstanden im Umfeld ein Backofen, ein Versammlungsraum, Feuer- und Sitzplatz, ein Jagdunterstand und ein Kleintierpferch. Sogar ein steinzeitlicher Bohrer wurde in Anlehnung an die Siedlungszeit gebaut.

Steinzeitfest machte Buchbrunn weit bekannt

Wie schon bei der Errichtung des Hauses kümmerte sich der 2002 gegründete Verein Geschichte in Buchbrunn dann um den Erhalt des Areals und sorgte mit zahllosen Veranstaltungen dafür, dass frühzeitliches Leben auf dem Platz einzog. 2008 fand mit großem Zuspruch das erste Steinzeitfest statt und machte Buchbrunn in weitem Umkreis bekannt.

Im Vordergrund stand die Museumspädagogik, denn alleine die früheren Lebensumstände vorzeigen, das sollte es eben nicht sein. In der Folge kamen immer wieder Gruppen und Schulklassen und nahmen am Lagerleben "Steinzeit zum Anfassen" teil.

Den Gebäuden und Einrichtungen hat die Witterung in den vergangenen 15 Jahren jedoch stark zugesetzt, Kleinreparaturen reichen längst nicht mehr aus. Da sich in den unbehandelten Baumstämmen und der Dachkonstruktion Ungeziefer breit gemacht hat und das Holz zu zerstören beginnt, sind umfangreiche Sanierungsarbeiten unumgänglich. Die Dachlatten, Sparren und Pfetten und wohl auch die meisten Stützbalken müssen erneuert werden. Dazu würde die Gemeinde als Eigentümer wie beim Bau des Hauses sicher die Gemeindearbeiter einspannen.

Alle, die damals Hand anlegten, sind alt geworden

Im Geschichte-Verein stellt man sich aber längst die Frage, ob das noch einen Sinn macht. Alle, die damals Hand anlegten und in den vergangenen Jahren für bis zu dreistündige Programmangebote und Betrieb sorgten, sind älter geworden. Veranstaltungen vorbereiten und konzeptionell umzusetzen, fällt, wie die Pflege der Einrichtungen, immer schwerer.

Wie Gabriele Koch auf Nachfrage wissen ließ, könnte das Langhaus für Besucher gesperrt und dem Verfall preisgegeben werden. Das aber ist nicht im Sinne derer, die sich einst um den Aufbau bemühten und für Bekanntheit der Weinbaugemeinde sorgten.

Das Langhaus ist etwa 15 Meter lang, im Original waren es 40 Meter. Die Breite mit etwa sechs Metern und die Höhe von rund sieben Metern wurden aus den Bodenfunden abgeleitet. Anbieten würde sich auch ein Rückbau, dann verschwände neben der Anlage auch die Buchbrunner Frühgeschichte aus dem Blickfeld.

Der Aufbau einer neuen zuverlässigen Gruppe wäre der größte Wunsch

Der Wunsch des Vereins sieht indes anders aus. Hier favorisiert man die Sanierung und vor allem den Aufbau einer zuverlässigen neuen Gruppe, die mit Unterstützung der Älteren Betreuung und Pflege der Anlage übernimmt. Studenten für Führungen zu gewinnen, ist jedoch fehlgeschlagen. Das ist aber eine der Voraussetzungen für den Fortbestand des Areals, denn ohne Museumspädagogik mit den daraus resultierenden Führungen wäre der Sinn und Zweck des Steinzeithauses in Frage gestellt.

Das Konzept besagt, dass sich die Besucher selbst an Tätigkeiten, wie Feuer schlagen, Stockbrot backen, Muscheln schleifen, Lederbeutelchen mit Knochenahlen nähen und vielem mehr versuchen. Vor allem für Kinder sind diese Erfahrungen völlig neu, sie hatten oft noch nicht einmal davon gehört. Für sie wurde jeder Aufenthalt zum puren Abenteuer.

Offen ist derzeit, wie es weitergehen soll. Die anstehenden Erhaltungsarbeiten drängen, zunächst aber fehlen neue helfende Hände, die auch das Konzept betreuen und fortentwickeln.