„Der stete Tropfen höhlt den Stein“. Auf die Weisheit dieses Sprichworts setzt Bürgermeister Karl Höchner, wenn es um Querungshilfen für Fußgänger in Großlangheim geht. In der Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstagabend gab er bekannt, dass derzeit zwar Querungshilfen an fünf Stellen abgelehnt werden, aber an der sechsten erst noch eine Verkehrszählung abgewartet werden muss, um zu einer Entscheidung zu kommen. Diesen Umstand sieht der Bürgermeister als Silberstreif am Horizont, „denn man muss immer wieder nachbohren, um in dieser Sache zum Erfolg zu kommen“.

Auslöser für die Begehung wegen eventueller Querungshilfen war der Antrag einer Bürgerin gewesen, den Verkehr zu überprüfen, um den Fußgängern den Weg über die Hauptstraße zu erleichtern. Mögliche Stellen wurden von Vertretern der Polizei und der Verkehrsbehörden in Augenschein genommen, berichtete der Bürgermeister. Dabei habe man festgestellt, dass die Bereiche am Pfriemsplatz und Marktplatz wegen der Straßeneinmündungen nicht geeignet seien, die Stelle an der Turnhalle wurde für nicht notwendig erachtet, bei der Rosengasse die zu geringe Straßenbreite als Hinderungsgrund angeführt und beim Friedhof die fehlende Sichtweite als Manko registriert. Vor einer Entscheidung zu einer Querungshilfe an der Kapelle soll erst die Verkehrszählung abgewartet werden – „als Grundlage für das weitere Vorgehen samt Option für eine Ampelregelung an dieser Stelle“, informierte Höchner.

Weitere Themen in der Sitzung am Dienstagabend:

• Einige Ratsmitglieder wiesen darauf hin, dass nach wie vor aus Richtung Kleinlangheim viel zu schnell in das Dorf hinein gefahren werde. Es wurde angeregt, auch an dieser Stelle ein Gerät aufzustellen, das die Geschwindigkeit anzeigt. Der Bürgermeister gab bekannt, dass für das Messgerät am Friedhof neue Akkus angeschafft werden müssen „und da sollten wir gleich ein zweites für den östlichen Ortseingang anschaffen, das auch die Zahl der Fahrzeuge registriert“. Peter Sterk schlug vor, eine Solaraufladung für die Geräte installieren zu lassen, was allgemeine Zustimmung erhielt.

• Dem Rat lag eine weitere Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Kitzingen vor, bei der es um die Nachfolgenutzung der 22 ehemaligen Munitionsbunker im Klosterforst auf einer Fläche von 9,12 Hektar geht. Laut Informationen zum Vorhaben soll die Erschließung von der Straße zwischen Kitzingen und Hörblach erfolgen und die Sondernutzung wird auf die Bunkeranlage beschränkt, die auch im FFH-Gebiet liegt. „Es sind keine nachteiligen Auswirkungen auf das Waldgebiet zu erwarten“, verlas der Bürgermeister aus den Unterlagen. Da die Zufahrt nicht auf der auf Großlangheimer Gemarkung liegenden Panzerstraße entlang des Giltholzes erfolgt, „sind Großlangheimer Belange nicht berührt und wir geben keine Stellungnahme ab“, schlug Höchner vor. Dies war auch die Haltung der gesamten Ratsrunde.

• Ein weiteres Mal lag der Bauantrag von Katrin Dennerlein zum Neubau eines 24 Meter hohen Ganzkornsilos bei der Schweinemastanlage neben der Betonstraße zwischen Großlangheim und Fröhstockheim auf dem Ratstisch. Dazu der Antrag an die Gemeinde, die Abstandsfläche zu übernehmen, da der Grünstreifen zwischen Mastanlage und Betonstraße im Eigentum des Marktes Großlangheim ist. Man einigte sich gegen eine Stimme auf die Formulierung, dass zum Bau des Silos das Einvernehmen erteilt wird, lehnte aber geschlossen die Übernahme „jedweder Abstandsfläche“ ab. Dazu die Maßgabe, „dass der Standort des Silos so zu wählen ist, dass eine Übernahme der Abstandsfläche nicht nötig wird“. Das könnte zur Folge haben, dass die von allen Ratsmitgliedern kritisierte Höhe des Silos eine Änderung erfährt. Auf Fragen erklärte der Bürgermeister, dass er sich in dieser Sache schon kundig gemacht habe, „aber aus rechtlicher Sicht können wir aufgrund der Privilegierung nichts gegen den Silobau ausrichten“.

• Vorgebracht wurden einige Klagen aus der Bürgerschaft, die auch in vielen anderen Ratsgremien zu den Dauerbrennern gehören. Da sind zum einen zugeparkte Gehsteige und die Parkmoral am Friedhof, wo einige „Dauerparker“ den Friedhofsbesuchern den Parkplatz wegnehmen und zum anderen der ständige Ärger mit Hundekot in der Ortschaft, weshalb nun als erste Vorkehrung am See eine Box aufgestellt wird, aus der man Plastiktüten zum Entfernen der Hundehäufchen entnehmen kann.

• Der Bürgermeister gab bekannt, dass das Bauvorhaben des Weinbauvereins zur Errichtung einer Aussichtsplattform an der Hardt-Hütte genehmigt wurde.

• Stattgegeben wurde in der Sitzung des Großlangheimer Gemeinderats dem Tekturplan von Edgar Ritz, der im Zuge des Dachausbaus im Anwesen in der Rossgasse auf der Südseite des Hauses aus zwei Dachgauben eine größere machen will und dem Antrag von Günter Grebner auf Nutzung des Brunnenwassers zum Gartengießen und für den Pflanzenschutz.