Wäre der erste Patient der neuen Bereitschaftspraxis an der Ochsenfurter Main-Klinik schon eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung erschienen, hätte er womöglich sogar ein Gläschen Sekt bekommen. Am Mittwochnachmittag trafen sich Ärzte und Mitarbeiter in den Räumen der internistischen Praxis, um auf die neue Einrichtung anzustoßen. Als einen weiteren Baustein im Puzzle des gesundheitlichen Angebotes in der Region Ochsenfurt bezeichnete Bürgermeister Rainer Friedrich die Bereitschaftspraxis.

Wie berichtet, soll sie eine zentrale Anlaufstelle für Patienten aus dem südlichen Landkreis Würzburg und aus den Regionen Ochsenfurt und Marktbreit sein. Ab sofort müssen Patienten, die außerhalb der Sprechstunden ihres Hausarztes medizinische Versorgung benötigen, nicht mehr zum jeweils diensthabenden Arzt. Dessen Namen und Adresse mussten sie telefonisch erfragen. Dieser Arzt ist nun immer in der Bereitschaftspraxis erreichbar.

Die Organisation des Dienstes übernimmt die MainArzt GmbH & Co.KG. 46 Ärzte aus dem neu gebildeten Dienstgebiet teilen sich den Bereitschaftsdienst. Ihr Obmann ist der Allgemeinarzt Klaus Grillmeier aus Marktbreit, der für die Erstellung der Dienstpläne zuständig ist und am Mittwoch auch gleich die erste „Schicht“ übernahm. Der jeweils anwesende Arzt bringt sein Personal mit. Gedacht ist die Bereitschaftspraxis für Patienten, die aus medizinischen Gründen nicht bis zur nächsten Sprechstunde ihres Arztes warten können.

Ein weiterer Arzt steht zusätzlich zum Bereitschaftsdienst für Hausbesuche zur Verfügung. Er soll allerdings ausschließlich von Patienten in Anspruch genommen werden, die die Praxis nicht selbst erreichen können. Für Unfälle oder Notfälle wie zum Beispiel einen Herzinfarkt ist allerdings der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 der richtige Ansprechpartner.

In Unterfranken sei die Main-Klinik die erste Landkreis-Klinik, an der es ein solches Angebot gebe, sagte Geschäftsführer Alexander Schraml. Weitere Bereitschaftspraxen im Bezirk gibt es in Würzburg und Schweinfurt. Bayernweit existierten rund 40 solcher zentral gelegenen Bereitschaftspraxen, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit diesem Konzept will die kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) die Arbeitsbelastung der Ärzte reduzieren, die aufgrund des Ärztemangels auf dem Lande und der Überalterung der Ärzteschaft immer weiter gewachsen war.

Öffnungszeiten: Mi. und Fr., 17 bis 19 Uhr, Sa., So. und Feiertage, 9 bis 12 Uhr und 17 bis 19 Uhr.

Fahrdienst: Tel. 116 117 (kostenfrei)