Freudig springt Emma aus dem Auto, als sie mit ihren Großeltern auf dem großen Parkplatz am Schwanberg ankommt. Schon den ganzen kurvigen Weg auf das Schwanbergsplateau fragt die Neunjährige, wann sie endlich da sind. Emma liebt die Natur und war schon öfter auf dem Schwanberg wandern. Besonders der große Keltenspielplatz hat es der Grundschülerin angetan. Doch der kommt erst am Ende des Rundwegs am Birkensee vorbei.

Emma weiß, was es zum Wandern braucht: festes Schuhwerk und wetterentsprechende Kleidung. Trotz der milden Temperaturen hat sie sich einen Pullover eingepackt. Proviant darf natürlich auch nicht fehlen, ebenso wenig wie eine Lupe und eine Taschenlampe. Denn in den Baumspalten, an den Waldwegen oder am See leben viele kleine Lebewesen, die Emma entdecken möchte.

Mit der Lupe auf Spurensuche

Vom Parkplatz geht es, immer den Plaketten mit der Bezeichnung R5 folgend, einige Meter parallel zur Straße zurück zum Conradseck, an dem Emma und ihre Großeltern wenige Minuten zuvor noch mit dem Auto vorbeigefahren sind. Schnell springt das Mädchen auf die Zweisitzer-Schaukel, die mit Blick auf Iphofen auf der Aussichtsplattform steht. "Wow", schreit Emma. "Schau mal, Oma. Von hier oben sieht das Knauf-Werk voll klein aus. Auch die Häuser sieht man kaum." Die Neunjährige ist beeindruckt, auch als sie in die andere Richtung auf Rödelsee schaut. Auch Emmas Großeltern genießen den schönen Ausblick, aber nur solange, bis ihr Enkelkind euphorisch zurück in den Wald rennt.

Doch sie stoppt abrupt. In einem Baum am Weg hat sie ein Geräusch gehört und entdeckt am Stamm eine kleine Höhle. Trotz Taschenlampe sieht sie aber kein Tier. Zusammen mit Oma und Opa geht sie den schmalen, aber weitestgehend ebenen Pfad in Richtung Birkensee. Emma hört das Rauschen der Blätter und die Vögel zwitschern. Ein Schmetterling fliegt ihr beinahe ins Gesicht, einige Bucheckern fallen von den Bäumen.

Nach rund 600 Metern geht es an einer größeren Abzweigung nach links zum Birkensee, dem ersten Höhepunkt der Strecke. Emma ist natürlich als Erste dort und kniet sich direkt an das Ufer. Wasserläufer und Libellen faszinieren die Schülerin, die minutenlang den kleinen Tieren zuschaut. Sie hört sogar die leisen Geräusche der Wasserbewohner. Auch Fische sieht sie.

Überzeugendes Argument: der Keltenspielplatz

Ihre Großeltern haben es sich derweil etwas abseits des Birkensees auf einer Bank bequem gemacht und genießen die Ruhe. Auch Emma kommt wenig später. Sie macht Brotzeit und stärkt sich für den restlichen Weg. Bevor sie jedoch weitergehen, informieren sie sich auf der Schautafel direkt an der Sitzgruppe.

Emma entdeckt eine Zufluchtshütte versteckt im Wald, die vor schlechtem Wetter schützt. Beim Sprung über einen Graben tritt sie beinahe auf einige Käfer, die gerade den Weg passieren. "Was sind das für Tiere?", fragt sie neugierig. "Das sind Waldmistkäfer", antwortet ihre Großmutter und Emma schaut sich die blauvioletten Tiere mit der Lupe genauer an. Mit sechs Beinen bewegt er sich gemächlich vorwärts. Selbst Blätter und Äste stören ihn nicht. Wenig später begegnet den Dreien noch ein Hase. Doch Emma hat nur noch Augen für den großen Keltenspielplatz, der am Ende des Weges liegt. Dort tobt sich die Neunjährige aus. Besonders das große Klettergerüst hat es ihr angetan. Aber auch Schaukel, Rutsche und Drehteller werden ausgiebig getestet. Erst als es dämmert, lässt sich Emma überzeugen zu gehen. Das aber äußerst zufrieden.

Wanderung zum Birkensee am Schwanberg

Start/Parken: Parkmöglichkeiten auf einem Parkplatz zwischen dem Aussichtspunkt Conradseck und dem Schloss Schwanberg.
Streckenlänge: 2 Kilometer nahezu ausschließlich durch den Wald.
Alter: Sowohl jungen Pfadfindern als auch älteren Wanderern bietet sich ein entspanntes Naturerlebnis mit tollen Ausblicken in die Peripherie und Einblicken in die Natur.
Einkehr: Keine Einkehrmöglichkeiten am Weg, deshalb Brotzeit nicht vergessen, ausreichend Sitzgelegenheiten sind am Wegesrand vorhanden.
Toiletten: öffentliche WC-Anlagen im Kirchturm.
Anforderung: Leicht; meist mäßige Steigungen, weitestgehend ebene Waldwege.
Dauer: Rundweg rund eine Stunde ohne Spielplatzaufenthalt.

Quelle: ara

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