„Beim frühen Morgenlicht erwacht mein Herz und spricht, gelobt sei Jesus Christus". So singen die Großlangheimer Wallfahrer jedes Jahr am Pfingstsamstag in aller Herrgottsfrühe, wenn sie sich zu Fuß auf die rund 100 Kilometer lange Strecke nach Gößweinstein machen. Sie sind am ersten Tag bis Pommersfelden unterwegs und kommen am zweiten im Gnadenort der Dreifaltigkeit an. Nach einem Tag Ruhe geht es am Dienstag wieder Richtung Heimat, ehe die Wallfahrer am Mittwochabend traditionsgemäß am Kastanienbaum in Großlangheim empfangen werden. Seit wann es die Wallfahrt nach Gößweinstein gibt, ist ungewiss. Erste Hinweise finden sich laut der Dorfchronik von Anton Käsbauer in den Unterlagen der Gößweinsteiner Wallfahrtspfarrei, in der 1746 und in den folgenden Jahren größere Pilgergruppen aus Großlangheim verzeichnet sind. Regelmäßige Wallfahrten dürfte es laut Ortschronik seit dem Gelübde in den Pestjahren 1794/95 geben, als Großlangheim von schlimmen Seuchen verschont blieb. Foto: Winfried Worschech