Dass der Steigerwald mit reichlich tierischem und pflanzlichem Leben erfüllt ist, davon überzeugten sich am Sonntag Hunderte von kleinen und großen Wanderern, die meisten von ihnen Familien mit Kindern.

Beim diesjährigen Waldtag rund um das Steigerwald-Zentrum bekamen Waldameisen, Käfer, Rehe und Vögel wissenshungrigen Besuch. An 27 informativen und unterhaltsamen Stationen verging beim Naturerlebnis für die ganze Familie die Zeit wie im Flug.

Vorfreude auf den Kletterbaum

„Ich freue mich schon auf den Kletterbaum“, sagt Immo zu seinen Eltern. Vanessa und Marco Härtel aus Gerolzhofen sind mit ihrem zehnjährigen Sohn nach 2016 bereits zum zweiten Mal zum Waldtag gekommen.

Nachdem Pater Franziskus Büll aus der Abtei Münsterschwarzach zusammen mit seinen beiden Handthaler Ministrantinnen gerade den Gottesdienst im kleinen Festzelt beendet hat, marschieren die Härtels erst einmal ins Gebäude des Steigerwald-Zentrums, in dem es gilt Nachhaltigkeit hautnah zu erleben.

Dort sind auch die Essens- und Getränkestände aufgebaut, an denen sich viele Besucher erst einmal für den Marsch zu den Stationen im Wald stärken. Ein bisschen Kondition ist gefragt, denn der Waldweg in Richtung Ebrach geht bergauf.

Alle 50 Meter heißt es stehen bleiben. Denn es gibt jede Menge zu erkunden entlang der Strecke. Filme schauen in der Waldkinobox, Basteln mit Holz und der Bienenstand sind die ersten Haltestationen. Warum nicht ein Brotzeitbrett mit einer eigenen Gravur brennen? Beim Waldtag ist vieles möglich.

Grunzende Eichelschweine

Unter dem Motto „Die besten Schinken wachsen unter den Eichen“ werden grunzende Eichelschweine vorgestellt. Ein riesiger Bilderrahmen lädt zum Selfie-Foto mit Tiermaske ein. Welche enormen Kräfte Waldameisen haben können, verdeutlicht eine Langhantelstange mit überdimensionalen Gewichten, an denen vor allem die Kleinsten ihre Kräfte ausprobieren.

„Sehen, fühlen, riechen“ lautet die Devise an vielen Stationen. Endlich sind die Härtels am Ziel von Immos Träumen angelangt. Die Helfer vom Kletterparcours Geiselwind legen ihm die Sicherheitsausrüstung an. Angeseilt geht die Kletterpartie den Baum hoch los.

Immo ist glücklich. „Yeah. Das macht riesig Spaß“, ruft er seinen Eltern zu. Immo weiß, dass die Eichhörnchen natürlich noch viel besser klettern können. Weil schon die nächsten „Klettermäxchen“ Schlange stehen, ziehen die Härtels weiter den Berg hinauf. Es warten Schwarzstorch, Wildkatze und Luchs.

Viel zum Lernen

Der Lerneffekt in Sachen Natur ist enorm. Wie reagieren Edelkrebse in Bedrängnis? Wie baut man das richtige Vogelhäuschen? Welche Aufgaben und Pflichten haben Jagdhunde und ihre Herrchen? Was macht ein Rücke-pferd im Wald? Auf diese Fragen gibt es kindgerechte Antworten. Beim Waldquiz können nicht nur die Härtels ihr Wissen unter Beweis stellen.

Heimlich und unheimlich geht es am und im Märchenzelt von Märchenerzählerin Angelika Bönninger zu. Unter der Devise „Mit allen Sinnen erleben“ öffnet die Nürnbergerin eine geheimnisvolle Märchentruhe mit putzigen Waldeulenkindern und Bienenköniginnen.

Tiere aus Holz herstellen

Auf der Zielgeraden erwarten die Härtels noch zwei Höhepunkte. Im Zirkuszelt der Grünholzschnitzer stellt Immo fest, dass er das Zeug zu einem Holzhandwerker hat. Er ist nicht das einzige Kind in der Werkstatt, in der aus frischen Ästen fantasievolle Tierwesen entstehen. Bevor es zurück zum Parkplatz geht, macht die Flugschau der Falknerei für 700 Zuschauer den Waldtag zu einem unvergesslichen Erlebnis.