Einen weiteren Kindergarten könnte es künftig im Raum Geiselwind geben. Die beiden Fachkräfte Irene Nein aus Burghaslach und Denise Reinhardt planen die Gründung eines Waldkindergartens im Drei-Franken-Eck Geiselwind, Schlüsselfeld, Burghaslach. Läuft alles wie geplant, dann möchten sie bereits im Frühjahr, spätestens im September 2014, starten.

Als nächster Schritt zur Realisierung des Projekts auf dem Weg steht für Mitte September ein Treffen der Bürgermeister der drei Gemeinden an. Dabei steht die Frage der Trägerschaft für die Einrichtung im Mittelpunkt. Sie sei zuversichtlich, dass eine der Kommunen diese übernehme, falls nicht, so Irene Nein, bestünden auch andere Möglichkeiten, etwa die Gründung eines Vereins.

Bedarf ist da

Dass es Bedarf für einem Waldkindergarten gibt, belegt für die Erzieherin eine erste Info-Veranstaltung im Juli in Schlüsselfeld, zu der einige interessierte Eltern kamen. „Im Moment haben wir 13 Kinder zusammen, es können gerne noch weitere werden“, sagt Nein. Die 45-jährige Erzieherin geht davon aus, dass die Zahl der Kinder noch steigen werde. Die beiden Initiatorinnen verfügen über etliche Jahre Berufserfahrung als Erzieherinnen in Hort, Krippe, wie auch in Einrichtungen für schwer erziehbare Kinder. Denise Reinhardt arbeitet seit fünf Jahren in einem Waldkindergarten im Nürnberger Raum und ist von der Idee überzeugt. Irene Nein betont, dass die Einrichtung keine Konkurrenz zu anderen Kindergärten sein solle. Die Meinungen der Eltern seien unterschiedlich, hat sie festgestellt. „Einen Waldkindergarten mag nicht jeder, manche sagen, das ist genau das, was wir wollen. Wir möchten diese Wahlmöglichkeit bieten“. Zwar bestünden in den umliegenden Gemeinden bereits Kindergärten, jedoch kein Waldkindergarten.

In Geiselwind besteht bereits ein Kindergarten unter Trägerschaft der katholischen Kirche, der Platz für 100 Kinder bietet. 14 Krippenplätze sind dort vorhanden, durch den derzeitigen Umbau werden weitere geschaffen. Im Geiselwinder Rathaus wird die Idee zur Gründung eines Waldkindergartens durchaus positiv gesehen. „Warum nicht, das ist ein zusätzliches Angebot. Die Eltern haben nach dem Bayerischen Kindergartengesetz das Wahlrecht. Man muss von dem Konzept überzeugt sein, schließlich müssen die Eltern dann ihre Kinder zu dem Kindergarten selbst fahren“, meinte die zweite Bürgermeisterin Annemarie Mauer.

Derzeit werden zwei Waldkindergärten im Landkreis Kitzingen betrieben, einer in Kitzingen und einer in Rödelsee. Was zur Gründung einer solchen Einrichtung notwendig sei, erläuterte Pressesprecherin Corinna Petzold vom Landratsamt. Zunächst bedürfe es eines pädagogischen Konzepts, das vom Jugendamt geprüft werden muss. Auch werde der Bedarf nach einem zusätzlichen Kindergarten durch das Bayerische Staatsministerium ermittelt.

Dann gelte es, die Besitzverhältnisse für das Waldstück zu klären, ob dort ein Bauwagen als Schutz aufgestellt werden könne. Zudem sei unter anderem die Einrichtung von Toiletten vorgeschrieben.

Das Grundprinzip eines Horts im Wald ist einfach: Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt und ihre Betreuer erleben den Kindergartentag ganzjährig und bei jedem Wetter im Freien. Ein beheizbarer Bauwagen dient bei extremen Witterungsbedingungen als Unterstand. „Der Wald ist der facettenreichste, interessanteste und erlebnisintensivste Lernort überhaupt. In ihm können Kinder ihre junge Persönlichkeit nachhaltig entfalten. Auch die kindlichen Fähigkeiten lassen sich dort in optimaler Weise fördern und entwickeln“, heißt es in dem Prospekt, den die Erzieherinnen verteilten.

Natürliches Spielmaterial

Ein wesentlicher Unterschied zum konventionellen Kindergarten ist, dass im Waldkindergarten kaum industriell vorgefertigtes Spielmaterial verwendet wird. Stattdessen greifen die Kinder auf Materialien der Natur zurück. Natürlich, so schreiben die beiden Erzieherinnen, „kommt auch die Vorschulerziehung im Alltag nicht zu kurz, denn auch mit Steinen und Blüten kann man zählen lernen.

Zwölf bis 20 Kinder sollen von drei Fachkräften betreut werden. Damit sei der „Betreuungsschlüssel für eine qualitativ hochwertige Bildungsarbeit gesichert“, so die Vorlage.

Infos und Anmeldungen: Bei Irene Nein Tel. (0 95 52) 10 27 oder über waldkindergarten.wildfang@facebook.com