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Wiesenbronn

Wahlsieger Warmdt hält Versprechen und kündigt Job sofort

Wiesenbronns neuer Bürgermeister verbrachte den Wahlabend im "Schwarzen Adler", wo er vor lauter Gratulanten kaum zum Essen kam. Warum er sagte, jetzt liefern zu müssen.
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Ein Hoch auf den neuen Wiesenbronner Bürgermeister (von links): Romuald und Lydia Pfrang, Christiane Brauns, der neue Gemeindechef Volkhard Warmdt, Barbara und Martin Adler. Foto: Diana Fuchs
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Die Spinatnocken dampften appetitlich auf dem Teller, aber Volkhard Warmdt kam nicht dazu, sie zu essen. Weil das Wiesenbronner Wahlteam im Rathaus überdurchschnittlich schnell war, stand das Ergebnis der Bürgermeisterwahl am Sonntag schon gegen halb sieben fest – da hatte Warmdt im „Schwarzen Adler“ gerade sein Essen serviert bekommen. Darauf konnten die Gratulanten natürlich keine Rücksicht nehmen.  Manche kamen persönlich vorbei, andere riefen an.

Warmdt (58, Bürgerliste Wiesenbronn) hatte sich mit 60,4 Prozent der Stimmen sehr deutlich gegen seine beiden Mitbewerber durchgesetzt. Von Corona-Angst war nicht viel zu spüren. Im Gasthaus herrschte reges Leben. Warmdt saß mit seiner Lebensgefährtin Christiane Brauns sowie Freunden und Unterstützern am Tisch.

Konkurrentin Ulrike Paul am Nebentisch

Ulrike Paul („Wiesenbronn gemeinsam“) hatte sich mit ihrem Team am Nebentisch versammelt und erkannte das Bürgervotum ohne Umschweife an: "Ich nehme das Ergebnis gelassen und als Gottes Fügung".

Mario Hofmann („Freie Bürger Wiesenbronn“) war zuhause geblieben und meldete sich per Telefon: "Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Volkhard Warmdt und habe deshalb kein Problem mit dem Wahlergebnis." Der Wahlsieger selbst blieb ebenfalls gelassen – zumindest äußerlich. Innerlich aber, so sagte er, fiel einiges an Anspannung von ihm ab.

„Die anstehenden Aufgaben müssen als Team angegangen werden.“
Volkhard Warmdt, Wiesenbronns neuer Bürgermeister

Er habe mit einer Stichwahl gerechnet. Nun freue er sich umso mehr, dass ihm gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit das Vertrauen aussprach. Warmdt, der in der Nähe von Hannover aufwuchs und erst vor sechs Jahren in die Gemeinde gezogen ist, betonte, er wolle die Arbeit als Bürgermeister ehrlich, zuverlässig und sachlich in Angriff nehmen. „Bürgerbeteiligung und Transparenz sind mir sehr wichtig.“ Er sei ein Mensch, der eigene Fehler eingestehen könne und gerne auch etwas von anderen annehme.

Egal ob es ums Bürgerhaus, um die Kläranlage oder die Nahversorgung (den Krämerladen) gehen wird: „Die anstehenden Aufgaben müssen als Team angegangen werden“, stellte Warmdt klar. Ein erstes Versprechen, das er vor der Wahl gegeben hatte, löste er schon wenige Minuten nach seinem Wahlsieg ein: Er schickte per Handy eine Nachricht an seinen Arbeitgeber – sozusagen die Ankündigung der Kündigung seiner Stelle beim Bezirksverband Unterfranken von Bündnis 90/Die Grünen.

„Ich hatte ja gesagt, dass ich mich voll aufs Bürgermeisteramt konzentrieren werde, wenn ich gewählt werde. Das werde ich jetzt auch tun. Jetzt muss ich liefern“, sagte der neue Gemeindechef – und schaffte es, sich zumindest einen Löffel Spinatnocken in den Mund zu schieben, ehe der nächste Gratulant seine Aufmerksamkeit beanspruchte.